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Medien Zum „A-Team“-Kinostart: Rückblick auf die Actionserien der Achtziger
Nachrichten Medien Zum „A-Team“-Kinostart: Rückblick auf die Actionserien der Achtziger
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17:31 14.08.2010
So sieht das neue A-Team aus, das derzeit in den Kinos zu sehen ist. Quelle: 20th Century Fox

„Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“

Die Welt ist ungerecht. Das war sie auch schon in den Achtzigern, aber damals gab es ja „Das A-Team“. Das A-Team half guten Menschen, Kleinunternehmern und Familienbetrieben, die durch Schurken, Ganoven und Halunken an ihrem redlichen Tun gehindert werden sollten. Dabei waren sie selbst auf der Flucht vor der Militärpolizei, denn die vier Exsoldaten waren zu Unrecht für ein Verbrechen verurteilt worden und untergetaucht.

Wer also das A-Team beauftragte, wusste, dass er spätestens am Ende der Sendung wieder Ruhe hatte vor den Schurken, Ganoven und Halunken. Vorher gab es immer denselben Handlungsaufbau und vier Protagonisten mit einem begrenzten, aber verlässlichen Charakterspektrum, zu dem mindestens eine Macke gehört. B.A., ein schwarzer He-Man, hasste das Fliegen. Gigolo Faceman war anfällig für schöne Frauen und Dolce Vita. Murdock war ein bisschen bekloppt oder tat zumindest so, konnte aber Hubschrauber fliegen. Und Chefstratege Hannibal trug immer Handschuhe, rauchte Zigarre und hatte irgendwann eine Wickie-mäßige Idee, wie man den Schurken, Ganoven und Halunken beikommen konnte. Danach wurde ein paar Minuten wie wild (aber immer ohne Verletzte) herumgeballert, Autos explodierten, die Halunken sagten irgendwann „verdammt“ und ließen sich abführen. Und Hannibal sagte den immergleichen Satz: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“ Hatte man geahnt, war aber immer wieder schön.

Uwe Janssen


Der Klebebandleader

Wenn „MacGyver“ mal wieder so richtig in der Falle saß, gefesselt, die Augen verbunden, dann schnitzte er mit den Zähnen aus einem halben Streichholz und einer angefaulten Weintraube eine Bombe, die ihn in letzter Sekunde rettete. Das mag jetzt ein wenig übertrieben sein, aber wirklich nur ein wenig. Denn der blonde Vokuhila-Träger MacGyver, gespielt von Richard Dean Anderson, war der personifizierte Chemie- und Physikbaukasten. Neben seinen naturwissenschaftlichen Fähigkeiten halfen ihm vor allem drei Dinge: sein Schweizer Messer, sein Klebeband und seine Fäuste. Waffen lehnte er ab. So war der Mann, dessen Vornamen wir in der siebten Staffel der zwischen 1985 und 1992 gedrehten Serie erfuhren: Der größte Spontantüftler aller Zeiten hieß nicht nur MacGyver, sondern auch Angus.

Kristian Teetz


Robin Hood der Lüfte

Er nannte sie liebevoll „die Lady“, was vielleicht daran lag, dass der abtrünnige Air-Force-Pilot Huckleberry Hawke der einzige Mensch war, der „Airwolf“, ein Höllengerät von Kampfhubschrauber, bedienen konnte. Eigentlich hätte der schroffe „Top Gun“-Verschnitt die fliegende Variante von „Knight Rider“ längst zurück an den US-Geheimdienst bringen müssen. Macht er aber nicht, weil sein Bruder von der Regierung im Vietnamkrieg im Stich gelassen wurde. Als Robin Hood der Lüfte benutzen Hawke und sein Team den Prototypen stattdessen vier Staffeln lang dazu, die Kalte-Kriegs-Welt zu retten und sich nicht von der CIA schnappen zu lassen. Für den bis dahin erfolgreichen Hawke-Darsteller Jan-Michael Vincent bedeutete sein Ausstieg nach der dritten Staffel den Einstieg in das Leben eines B-Movie-Schauspielers.

Dirk Schmaler


Stuntman und Barbie

Ein Mann, eine Frau und ein dösbaddeliger Kumpel. Die Welt in „Ein Colt für alle Fälle“ war einfach. Lee Majors jagte als Kopfgeldjäger die Bösen, sein etwas trantütiger, aber ganz lieber Cousin half ihm dabei. Und Heather Thomas trug als Jodie äußerst knappe Bikinis – womit ihre Rolle vollständig umrissen ist. In den Serien der Achtziger waren Männer noch Männer und Frauen Frauen. So war Colt Seavers nicht nur Gangsterjäger, sondern auch noch Stuntman. Gewagte Stunts wurden jede Menge gezeigt. Der goldene Pick-up, in dem Colt und Howie herumreisten, überschlug sich in jeder Folge so oft, dass er die nächste eigentlich nie hätte erreichen dürfen. Tat er trotzdem – und in den Kinderzimmern wurden begeistert Spielzeug-Pick-ups durch die Gegend geschleudert. Und die Barbies hießen Jodie.

Wiebke Ramm


Ein Mann und sein Auto

Sprechende Autos? Ja, Herrgott, warum denn auch nicht? Auch nicht besser als sprechende Frösche (Brüder Grimm), sprechende Postkarten (Fachhandel) oder sprechende Spinatmodels (Fernsehen). Das Phänomenale am frühen RTL-Erfolg Knight Rider (1982–1986, auf DVD erhältlich) war ja nicht nur „K.I.T.T.“ (Kosename für „Knight Industries Two Thousand“), dieser kultivierte, immer höfliche Pontiac Firebird Trans Am, Baujahr 1982, mit den lustigen roten Lauflichtern im Kühlergrill. Das Phänomen war der Typ, der drinsaß. Ein Vorspann wie Donnerhall („Er kommt. Knight Rider. Ein Auto, ein Computer, ein Mann. Knight Rider. Ein Mann und sein Auto kämpften gegen das Unrecht!“) – und dann hüpfte doch nur David Hasselhoff über die Motorhaube. Mit einer Frisur, mit der man auch problemlos in die Ecken kommt. Im Dienste der „Foundation für Recht und Verfassung“ eines todkranken Millionärs kämpfte er gegen die bösen Jungs. Dabei war ihm „K.I.T.T.“ ein unersetzlicher Buddy, der nicht nur clever mitdenkt, sondern ihm auch dank „Turbo Boost“ und einer nahezu unzerstörbaren Molekularversiegelung Schutz bietet.

Unvergessen: die Zärteleien zwischen Mann und Maschine („Ich brauch dich, Kumpel“ – „Hier bin ich, Michael“). Die Tricks, mit denen „K.I.T.T.“ böse Schurken abwehrte. Und Hasselhoff, der 90 Folgen mit nur einem einzigen Gesichtsausdruck bestritt. Grandios. Eine TV-Legende. Und dann fing er an zu singen.

Imre Grimm


Seite an Seite

Ein Selfmademillionär und eine Journalistin, die hin und wieder mal einen Artikel schreibt – das ist der Stoff, aus dem die Fernsehträume der achtziger Jahre sind. Das kinderlose Ehepaar Jonathan (Robert Wagner) und Jennifer Hart (Stefanie Powers) bezauberte in Hart aber herzlich“ jedoch wegen der flapsigen Flirts. Jeder Kriminalfall, den die beiden Hobbydetektive actionreich in Bel Air lösten, war zugleich eine Frischzellenkur für ihre Liebe. Stets an ihrer Seite: Butler Max und Hund „Freeway“, aus dem in der deutschen Übersetzung ein biederer „Friedwart“ wurde. Die Serie basiert auf einer Idee des US-Bestsellerautors Sidney Sheldon. Von 1979 an wurden 118 Folgen gedreht, in den neunziger Jahren waren auch deutsche Schauspieler wie Katja Riemann und Ursula Karven zu Gast. Die Föhnfrisur stand allerdings keiner Frau so schön wie Stefanie Powers.

Dany Schrader


In Armani auf Streife

Während in Deutschland noch Horst Schimanski im gammeligen Parka durch Duisburg schlich, traten in den USA zwei Ermittler neuen Typs an, Drogenhändlern das Handwerk zu legen: James „Sonny“ Crockett (Don Johnson) und Ricardo Tubbs (Philip Michael Thomas) vom Miami Vice“ (1984–89, auf DVD erhältlich) kombinierten die Lässigkeit eines Philipp Marlowe mit dem Lebensgefühl der Achtziger und einer Vorliebe für Schusswaffen. Sie trugen Anzüge von Armani, darunter enge T-Shirts und auch mal Slipper ohne Socken. Sie trafen als verdeckte Ermittler stets schöne Frauen, doch keine blieb länger. Und so wünschte sich manche Zuschauerin seufzend auf den Beifahrersitz, wenn Crockett mal wieder einsam zu „In the air tonight“ von Phil Collins in seinem Ferrari durch die Straßen fuhr.

Christiane Eickmann


Bier auf Hawaii

Auf Hawaii sind alle Hemden Hawaiihemden, was sonst. Aber die Hawaiihemden von Thomas Magnum waren wirklich Hawaii, die waren echt Honolulu. Wahrscheinlich wird Tom Selleck alias „Magnum“ für alle Zeiten der einzige Mensch bleiben, bei dem die Kombination Hawaiihemd/Schnauzbart in Verbindung mit einer Flasche Bier nicht sofort Fluchtgedanken auslöst. Magnum, das war ein kumpeliger Exmarine mit flotter Karre (Ferrari!) und komischen Freunden (wie konnte er es nur so lange mit dem schrecklichen Higgins und den beiden Dobermännern aushalten?) Hawaii, das war jede Woche ein Verbrechen, aber immer ein schönes Verbrechen, vor Palmenkulisse und mit Sandstand. Wenn so Räuberhöhlen aussehen, dann wollte man dorthin, allein schon um die Frage zu klären: Wer zum Henker ist Robin Masters?

Heike Manssen

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