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Foto: Als die Schließung der Salerno-Werke droht, bekommt Tom Winkler (Devid Striesow) die Wut der Arbeiter zu spüren.

Als die Schließung der Salerno-Werke droht, bekommt Tom Winkler (Devid Striesow) die Wut der Arbeiter zu spüren.© ZDF

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Thriller aus der Wirtschaftswelt

ZDF zeigt „Ein mörderisches Geschäft“ mit Devid Striesow

Ein Thriller aus der Wirtschaftswelt: Das ZDF zeigt am Montagabend um 20.15 Uhr den Fernsehfilm „Ein mörderisches Geschäft“ mit Devid Striesow.

Wenn Tom Winkler und Alina Liebermann mit ihrem Team im Firmenaufzug auftauchen, dann ist eines klar: Bald geht die Angst in der Belegschaft um. Winkler (Devid Striesow) und Liebermann (Christiane Paul) sind Unternehmensberater. Ihr Job ist es, Betriebe auf Profit zu trimmen – oder abzuwickeln und zu zerschlagen, wenn sie keine Perspektive für schwarze Zahlen sehen.

Bei der Süßwarenfabrik Salerno AG in Oberhausen ist die Furcht aber noch ein bisschen größer, als die Sanierer es aus ihrem Alltag gewohnt sind. Und vor allem: „Jeder hat hier vor jedem Angst“, wie Winkler erstaunt registriert. Es muss etwas faul sein im Unternehmen des scheinbar so zuvorkommenden Patriarchen Rüdiger Siebert (Friedrich von Thun). Winkler will der Sache auf den Grund gehen, egal, ob sein eigener Chef eine seltsam zwielichtige Rolle dabei spielt und seinen besten Mann an die kurze Leine zu legen versucht.

Wirtschaftsthemen bieten Krimistoff. Das haben nicht nur gebeutelte Aktienbesitzer in den vergangenen Jahren lernen müssen, sondern auch die Besitzer von Sparbüchern: Wenn wieder mal ein Krisengipfel europäischer und anderer Regierungen eiligst zusammengetrommelt wird und milliardenteure Rettungsschirme aufspannt, dann geht das alle an. Das Problem dabei ist bloß: Finanzdaten sind nur schwer verfilmbar und noch schwerer zu verstehen. Ein bisschen anders liegt der Fall allerdings, wenn es um veruntreute Steuermillionen, unlautere Bonuszahlungen und Pseudoaktivitäten öffentlichkeitssuchender Politiker geht.

Regisseur Martin Eigler, der zusammen mit Sönke Lars Neuwöhner auch das Drehbuch für diesen Krimi schrieb, geht deshalb lieber gleich in die Vollen. In ihrem ZDF-Film „Ein mörderisches Geschäft“ wird Firmensanierer Winkler bald schon körperlich attackiert. Er muss mehr als nur Farbbeutel fürchten, die aufgebrachte Mitarbeiter schleudern, weil sie um ihre Jobs bangen. Winklers Leben ist bedroht.

Nächtliche Schlägertrupps und heranrasende Autos ergeben deutlich bessere Bilder als Zahlenkolonnen und kurvige Diagramme. Zugleich aber begeben sich die Filmemacher in übliche Krimigefilde. Zudem wird die Geschichte mit persönlichen Verstrickungen und Liebeshändel praktisch aller Beteiligten aufgeladen. Jeder scheint jeden zu manipulieren und zu instrumentalisieren. Das lässt sich durchaus als ein Schlaglicht auf eine ganz und gar durchökonomisierte Gesellschaft verstehen: Hier wird auch dann, wenn es um Gefühle geht, eher genommen als gegeben. Devid­ Striesow hat schon einmal einen gewieften Finanzjongleur im Firmendschungel gespielt, das war in Christoph Petzolds Heuschrecken-Film „Yella“. Auch jetzt bleibt er wunderbar unberechenbar, wenn er gegen Freund und Feind ausgeklügelte psychologische Tricks auffährt. Doch bietet ihm die aktuelle Rolle letztlich deutlich weniger Raum für subtile Zwischentöne. Das gilt erst recht für seine Kollegin Christiane Paul, die nach zwei Dritteln des Films als einsame Vollstreckerin im Hosenanzug und auf High Heels unterwegs ist und deren strahlende Augen nun vor Tränen gefährlich glitzern.

Glücklicherweise verlieren die Filmemacher die Zusammenhänge dabei nie aus den Augen. Und der Film birgt auch eine nicht zu unterschätzende Pointe: Ausnahmsweise sind es mal die viel gescholtenen Firmensanierer, denen es um die Sache und um Gerechtigkeit geht. Die Bösen sind in diesem Film die Guten.

„Ein mörderisches Geschäft“ | ZDF
Fernsehfilm
Montag, 20.15 Uhr


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