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Medien Youtube sperrt Kanäle mit rechtsradikalen Videos
Nachrichten Medien Youtube sperrt Kanäle mit rechtsradikalen Videos
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14:00 18.12.2017
Vier Kanäle mit rechtsextremen Videos gesperrt: Youtube. Quelle: dpa
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Norderstedt

Die Videoplattform Youtube hat auf Betreiben der Landesmedienanstalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) vier Videokanäle mit verbotenen rechtsradikalen Inhalten gesperrt. Die gelöschten Kanäle verstießen gegen Strafgesetze, teilte die Anstalt am Montag in Norderstedt mit. Sie enthielten Videos mit jugendgefährdenden und strafrechtlich relevanten Musikstücken, die von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert worden waren, zum Beispiel das Stück „In Belsen“ der Musikgruppe „Kommando Freisler“.

Der Medienrat der MA HSH monierte, dass indizierte Songs auch dann wieder neu hochgeladen werden können, wenn sie zuvor bereits gesperrt wurden. „Die Betreiber von Internet-Plattformen müssen ihre Verantwortung noch stärker wahrnehmen“, fordert der Vorsitzende des Medienrates, Lothar Hay. Sie sollten technische Lösungen entwickeln, die verhindern, dass bereits einmal gelöschte oder gesperrte Inhalte wieder auftauchen.

Überarbeitung der Videokontrolle nach massiver Kritik

Erst Anfang Dezember hatte Youtube nach massiver Kritik und politischem Druck angekündigt, härter gegen Gewalt und Extremismus vorgehen zu wollen. Unter anderem sollte die Zahl der Personen, die bei Google insgesamt Inhalte prüfen, im kommenden Jahr auf 10.000 erhöht werden, hatte YouTube-Chefin Susan Wojcicki angekündigt. Zugleich sollte verstärkt Googles Expertise bei künstlicher Intelligenz zum Einsatz kommen: Das maschinelle Lernen helfe laut Wojcicki menschlichen Prüfern, fast fünf Mal mehr Videos zu entfernen.

YouTube war in diesem Jahr unter Druck von Werbekunden gekommen, nachdem ihre Anzeigen im Umfeld extremistischer Videos landeten. Wojcicki kündigte nun „einen neuen Ansatz für Werbung auf YouTube“ an, damit „Anzeigen nur dort laufen, wo sie auch laufen sollen“. Dazu solle es unter anderem mehr menschliche Kontrolle zusätzlich zu den Algorithmen geben und eine sorgfältigere Prüfung, welche Kanäle und Videos für Werbung in Frage kommen.

In Deutschland greifen zudem ab Januar die Vorschriften des sogenannten Netzwerkdurchsetzungsgesetztes, das ein schnelles Löschen verbotener Inhalte wie Hass und Gewalt vorsieht.

Von RND/sag/dpa

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