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"Deus Ex: Human Revolution" erinnert mit dem Cyberpunk-Setting an Filme wie "Blade Runner".

"Deus Ex: Human Revolution" erinnert mit dem Cyberpunk-Setting an Filme wie "Blade Runner".© Screenshot

„Deus Ex: Human Revolution“

Würdige Fortsetzung eines Spiele-Klassikers

"Deus Ex: Human Revolution" ist der dritte Teil der "Deus Ex"-Reihe - und tritt damit ein großes Erbe an. Der Nachfolger übernimmt viele Stärken des Klassikers - hat aber auch kleine Schwächen.

Fortsetzungen von Spieleklassikern haben es schwer. Das gilt für „Deus Ex: Human Revolution“ gleich doppelt. Denn einerseits ist das Spiel der Nachfolger von „Deus Ex“, dem Action-Rollenspiel aus dem Jahr 2000, das einen der begehrten Plätze im Spiele-Olymp innehat. Andererseits spielt auch der dritte Teil der Reihe in einem dystopischen Cyberpunk-Szenario, das mit dem Film „Blade Runner“ oder der „Neuromancer“-Trilogie von William Gibson in den achtziger Jahren seinen Höhepunkt erreicht und seitdem etwas an Reiz verloren hat. Das mag daran liegen, dass die Cyberpunk-Klassiker mit klobigen schwarz-grün-Monitoren und dem geheimnisvollen „Cyberspace“ heutzutage ein seltsames Bild der vermeintlichen Zukunft abgeben.

Das Bild, das „Deus Ex: Human Revolution“ vom Jahr 2027 zeichnet, wirkt hingegen bedrohlich realistisch. Der Story-Trailer des Spiels zeigt das umstrittene Thema des futuristischen Action-Rollenspiels: Die Firma Sarif Industries ist Marktführer im Bereich Augmentierungen – das sind medizinisch-kybernetische Implantate, die die Menschen verbessern sollen. Vermeintliche Vorteile der Veränderungen sind mehr Kraft, bessere Feinmotorik, höhere Intelligenz; Nachteile sind die Drogen, die augmentierte Menschen nehmen müssen, und die Teilung der Menschen in „Optimierte“ und „Normale“, deren Parteien sich zunehmend radikalisieren.

Die Hauptfigur von „Deus Ex: Human Revolution“, Adam Jensen, ist Sicherheitschef von Sarif. Bei einem Angriff auf die Firma wird er schwer verletzt und bekommt während seiner rettenden Operation die Cyberimplantate eingepflanzt. Als Jensen wieder auf seinen neuen Beinen ist, soll er sich auf die Suche nach den Tätern machen.

Starke Handlung und Entscheidungsfreiheit

Der Clou von „Deus Ex“ ist, dass der Spieler eine enorme Entscheidungsfreiheit hat, wie er im Spiel vorgehen will. Man kann gegen die Gegner, die sich in den Weg stellen, mit Waffengewalt vorgehen, sich aber auch an ihnen vorbeischleichen oder sie im Nah- oder Fernkampf betäuben, um den Weg fortzusetzen. Das gilt leider nicht für die vereinzelten Kämpfe gegen Bossgegner, die stets in Schießereien enden. Mit neuen Augmentierungen, die Jensen durch das Lösen von Aufgaben erhält, ergeben sich weitere Möglichkeiten. So kann er mit verbesserten Muskeln große Gegenstände aus dem Weg räumen, um so neue Wege offenzulegen oder sich mit neuen Fertigkeiten in Computersysteme hacken, um Türen zu öffnen oder Waffen auf seine Gegner ausrichten. Wie der Spieler vorgeht, ist ihm überlassen – er muss dabei nur die Augen offen halten. Wer jedoch seine Gegner verschont und in einem Einsatz unentdeckt bleibt, wird mit Bonuspunkten belohnt.

Eine weitere Stärke der „Deus Ex“-Reihe ist die Handlung, die in Zwischensequenzen und Dialogen vorangetrieben wird, wobei Jensen nach und nach eine Verschwörung aufdecken muss. Aufmerksame Spieler erhalten zusätzliche Informationen, wenn sie im Spiel E-Books finden oder E-Mails lesen.

Technisch ist „Deus Ex: Human Revolution“ zwar nicht auf dem neuesten Stand, macht das aber durch das stilechte Cyberpunk-Design wieder wett. Nur die asynchronen Lippenbewegungen bei Dialogen zehren an der Atmosphäre.

„Deus Ex: Human Revolution“ bietet über die Spieldauer von etwa 30 Stunden intelligente und erstklassige Unterhaltung zu einem philosophisch angehauchten Thema - und das kommt im Videospielbereich (leider) recht selten vor.

"Deus Ex: Human Revolution" gibt es für PC, Xbox360 und PlayStation3. Es ist ab 18 Jahren freigegeben und kostet etwa 50 Euro.

jhf


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