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Medien Wolfgang Joop über GNTM: „Modeln ist ein Job der Jugend“
Nachrichten Medien Wolfgang Joop über GNTM: „Modeln ist ein Job der Jugend“
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06:42 14.02.2019
Inniges Verhältnis: Heidi Klum mit ihrem Gastjuror Wolfgang Joop bei einem Berg-Shooting für „Germany’s Next Topmodel“. Quelle: Foto: Richard Hübner/Pro7
Hannover

. Die Aufregung war groß: Mit einem Satz in einem Interview mit RTL hat Designer Wolfgang Joop die Gerüchte, Heidi Klum (45) und ihr Verlobter Tom Kaulitz (29) erwarteten ein Baby, noch angeheizt. Doch der Designer weiß viel mehr über „Germany’s Next Topmodel“ zu erzählen als Gerüchte. Ein Gespräch über die Modewelt, das Dschungelcamp und warum es eigentlich kein GNTM für Männer gibt.

Herr Joop, Sie haben jüngst für Aufruhr gesorgt, als Sie sagten, Heidi Klum sei schwanger, aber dann wieder zurückruderten. Hand aufs Herz: Was ist denn nun Stand der Dinge?

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich Tom ein gemeinsames Kind mit Heidi wünscht. Er liebt sie durch und durch. Und es ist ja normal, dass sich junge Verliebte wünschen, einander ein Kind zu schenken. Als ich von der RTL-Reporterin immer und immer wieder nach einer möglichen Schwangerschaft gefragt worden bin, habe ich nur ‚Ja, ja, sie ist schwanger. Ich weiß das von Tom‘ gesagt – das war aber natürlich ein Scherz. Die Wahrheit ist: Ich weiß es nicht – und ich würde Heidi und Tom so etwas auch gar nicht fragen.

Sie sind aktuell als einer von Heidis Gastjuroren bei GNTM zu sehen. Von welcher Kandidatin sind Sie ein großer Fan?

Ich habe die Mädchen am Tag vor dem Berg-Shooting gecoacht und da ist mir ein Mädchen aufgefallen, das alle Voraussetzungen erfüllt in der Fashionwelt ein Star zu werden. Lange Beine, langer Hals, ein sehr moderner Haarschnitt, einen blonden Pagenkopf – das mögen die Designer. Dieses frische, kühle, sportliche das kommt heute an. Wir suchen nicht den großen Busen, die großen Hüften – wir suchen das Moderne.

Was raten Sie den Kandidatinnen: Wie wird man ein gutes Model?

Nicht zimperlich, nicht zu ehrgeizig zu sein und nicht gleich die Nerven verlieren, wenn es mal nicht klappt. Denn alle Models, die ich kenne haben auch Zurückweisungen erlebt. Das wichtigste ist, dass man diszipliniert ist und natürlich die physischen Voraussetzungen mitbringt. Aber man muss sich auch bewusst sein, es ist ein Job der Jugend – er ist also keine Versprechung für das ganze Leben.

Warum sind heute nur noch ein paar Siegerinnen der letzten Staffeln präsent?

Der Zeitgeschmack ändert sich. Wenn ich heute ein Mädchen prämieren sollte, dann wäre es zum Beispiel wieder Stefanie Giesinger, die Gewinnerin der neunten Staffel. Sie ist bildhübsch und hat sich toll weiterentwickelt. Es gibt aber auch Mädchen, die ich heutzutage vielleicht nicht gewählt hätte – obwohl groß, blond, tolle Zähne und schönes Lächeln, wie Lena Gercke zum Beispiel. Aber: Jedes Model zu seiner Zeit. Mittlerweile gibt es Transgendermodels, Models mit Sommersprossen oder mit Pigmentstörungen im Gesicht. Man sucht heute Gesichter, die unsere doch sehr diffizile Zeit beschreiben.

Wie viel Diversity verträgt die Modelwelt?

Eine ganze Menge. Die Modelwelt hat einen großen Bedarf an neuen Gesichtern. Es gibt immer neue Firmen und es gibt immer neue Fashionkonzepte. Geschmäcker und Bedürfnisse ändern sich sehr schnell. Es war noch vor kurzer Zeit unmöglich Pelze und Schlangenleder zu tragen – da stand sofort Peta auf der Show-Matte. Das scheint man vergessen zu haben – man sieht leider wieder mehr Pelze. Gleichzeitig fragen wir nach Nachhaltigkeit im Tierschutz. Wie schon gesagt: Die Gesellschaft ist widersprüchlich und diffizil. Umso wichtiger, dass Model zeigen, dass sie Menschen sind und nicht nur Puppen – mit besonderen Gesichtern und Charakteren.

Was raten Sie den ehemaligen Teilnehmerinnen von GNTM: Wie umschifft man das Dschungelcamp?

Oh mein Gott (lacht). Da würde ich erstmal versuchen, bei der richtigen Agentur unterzukommen, die mich mehr in Fashion- als in Fernsehformate vermittelt. Elite, Viva oder Tomorrow is Another Day in Köln zum Beispiel. Nach Heidi würde ich erstmal eine Fernsehabstinenz verordnen (lacht).

Wie viel muss man sich im Modell-Job verbiegen?

Nicht wirklich viel, denn eigentlich kannst du nur das geben, was Du wirklich bist. Eine Claudia Schiffer, eine Nadja Auermann oder auch eine Heidi Klum sind auch im Privatleben alles tolle Frauen. Heidi Klum leistet in allen Lebensbereichen viel, hat immer gute Laune, viel Disziplin, ist im Privatleben genauso authentisch wie im Job.

Braucht es ein „Germany’s Next Topmodel“ für Männer?

Ich würde das toll finden, wenn wir das auch hätten. Die Männer sind sich heute so über ihr Aussehen bewusst. Verglichen mit meiner Jugend, in der wir alle Pickel auf der Stirn und fettige Haare hatten, sind die jungen Männer heutzutage junge Götter. Das wäre wirklich interessant zu sehen, wie sie sich optimieren – oder auch optimieren lassen.

Von Amina Linke und Geraldine Oetken/RND

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