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Medien Verbraucherschützer kritisieren Aldi-Talk
Nachrichten Medien Verbraucherschützer kritisieren Aldi-Talk
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17:39 31.08.2017
DISCOUNTERTARIF: Aldi-Talk bietet und lockt mit verschiedenen Mobilfunkangeboten (Ausschnitt der Web-Seite). Quelle: rahü screenshot
HANNOVER

Die Verbraucherzentrale (VZ) in Hannover kritisiert das Mobilfunkangebot von Aldi-Nord: Flüchtlinge, die besonders auf Prepaid-Tarife angewiesen seien (vorausbezahltes Telefon- und Datenguthaben, ohne oder mit kurzer Laufzeit), könnten das Angebot oft nicht wahrnehmen, da das Identitätsprüfungsverfahren bei „Aldi Talk“ scheitere. So hätten sich in letzter Zeit vermehrt Flüchtlingshelfer an die VZ gewandt, da ihre Schützlinge die erworbenen Telefonkarten nicht aktivieren konnten. Die VZ fordert Aldi auf, „nachzubessern und auch für diese Kundengruppen Identifizierungsmöglichkeiten anzubieten“. Man habe bislang nur „verschiedene, teils widersprüchliche Aussagen“ erhalten – jedenfalls keine wirkliche Lösung.

Aldi-Nord erklärt auf Anfrage der NP, dass alle vom Telekommunikationsgesetz genannten Dokumente (siehe Info) akzeptiert würden – das Problem seien aber die Alternativepapiere zu den Ausweisen: Laut Pressesprecher Manuel Sentker scheitere mancher Identifikationsprozess per Video-Chat nicht nur an Sprachproblemen, sondern weil die vorgelegten Papiere nicht eindeutig zu erkennen sind: Druckqualität, Kontrast, Farbe, Hologramme, Lichtverhältnisse beim Kunden: „Wenn unser Agent die Daten nicht eindeutig erfassen kann, kann der Prozess in Einzelfällen nicht abgeschlossen werden. Denn die Agenten unterliegen durch die gesetzliche Vorgabe der Sorgfaltspflicht.“ Wenn die Sache scheitere, sollen sich die Kunden an die Service-Hotline wenden – dort werde man dann Individuelle Lösungen suchen, vorstellbar sei etwa, „im Einzelfall so ein Dokument einzuscannen und uns zu mailen“.

Funktioniert das nicht oder will der Möchtegern-Aldi-Mobilfunkkunde nicht (mehr) – auch kein Problem: „Wir wollen ja, dass unsere Kunden die Karte nutzen können. Klappt das nicht, nehmen wir sie kulanterweise wieder zurück.“

Die Identitätsklausel: Simkarte frei nur gegen Ausweis

Erst seit Juli müssen auch in Deutschland Käufer von Prepaid-Sim-Karten oder -Handys ihre Identität nachweislich preisgeben. Das geschieht entweder per Post-Identverfahren (per Personalausweis- oder Reisepassvorlage, etwa bei Bankkontoeröffnungen) oder per Video-Ident (Live-Bildverbindung über Handy oder PC zur prüfenden Stelle). Neben den Ausweisen werden laut Telekommunikationsgesetz auch Aufenthaltstitel oder -nachweise sowie Bescheinigungen über die Aufenthaltsgestattung und Aussetzung der Abschiebung akzeptiert. Bis Ende Juni konnte man Prepaid-Angebote nutzen ohne zu belegen, wer man ist – daher wurden auch Fanatsienamen akzeptiert.

Die Maßnahme soll angeblich helfen, Verbrechern und Terroristen irgendwie schneller auf die Spur zu kommen.

Von Ralph Hübner

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