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Investorenschelte

Vorkötter sieht „drei verlorene Jahre“ für „Berliner Zeitung“

Der Chefredakteur der „Berliner Zeitung“, Uwe Vorkötter, hat den vorherigen Eigentümer des Blattes, den britischen Finanzinvestor David Montgomery, heftig kritisiert.
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Uwe Vorkötter

© Thomas Lohnes/ddp

Für die Zeitung sei die Phase unter Montgomery „drei verlorene Jahre gewesen“, sagte er dem Hamburger Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“ laut Vorabbericht. Montgomery hatte die „Berliner Zeitung“ im Oktober 2005 zusammen mit weiteren Blättern übernommen und in diesem Frühjahr wieder verkauft.

Das Blatt habe eine Auflage von gut 15.000 Exemplaren verloren, sagte Vorkötter. Technische Investitionen, die dringend notwendig gewesen seien, seien unterblieben. Das ganze Zukunftsfeld Internet sei entgegen allen Ankündigungen unbearbeitet geblieben. Wichtige Autoren seien abgewandert.

Das Haus sei „geschwächt, aber nicht gebeugt“, sagte Vorkötter weiter. Montgomery habe es „ausgequetscht wie eine Zitrone“. Nichts sei nachhaltig gewesen. Alles, was für 2009 geplant worden sei, „kann man einfach in den Papierkorb werfen. Das ist völlig irreal - selbst wenn es keine Wirtschaftskrise gäbe“, sagte der Chefredakteur dem Bericht zufolge.

Mit Blick auf eine Kooperation der „Frankfurter Rundschau“ und der „Berliner Zeitung“ sagte Vorkötter: „Weder in Frankfurt noch in Berlin sind Kündigungen geplant. Und wenn wir unsere Ressourcen zusammenfassen, sind wir so groß wie die ’Süddeutsche Zeitung’.“ Auch ein gemeinsames Hauptstadtbüro schloss er dem Bericht zufolge nicht aus.

Vorkötter leitete die Redaktion bereits von 2002 bis 2006 und war Anfang Juni als Chefredakteur zur „Berliner Zeitung“ zurückgekehrt. Er hatte das Hauptstadt-Blatt nach Querelen um Sparmaßnahmen und Renditeziele des damaligen Investors Montgomery 2006 verlassen und war Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“ geworden. Das Kölner Verlagshaus M. DuMont Schauberg, das auch 50 Prozent der Anteile und eine Stimme an der Druck- und Verlagshaus Frankfurt am Main GmbH hält, hatte vor mehreren Monaten den Berliner Verlag übernommen.

ddp


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