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Falschmeldungen über Tod

Twitter tötet Patrick Swayze

"Patrick Swayze ist tot" - eine Falschmeldung narrte etablierte und neue Medien. Die Spurensuche wirft ein schlechtes Licht auf den Journalismus von heute.

Patrick Swayze genießt sein Leben, ließ eine Sprecherin verbreiten, nachdem Meldungen über dessen Tod die Runde machten,

Von Fabian Mast

In all dem Wirbel um den angeblichen Tod von Filmstar Patrick Swayze gibt es nur eine gute Nachricht, aber es ist die wesentliche: Swayze lebt, er ist nicht seinem Krebsleiden erlegen. Falschmeldungen über sein Ableben hatten sich über das Internet wie ein Virus verbreitet – und einen verstörenden Einblick in die Sorgfalt vieler Online-Journalisten gegeben.

Wo soll die Spurensuche beginnen, wenn eine Nachricht im Kreislauf aus Bloggern und Medien im Netz rotiert? Dienstag, am späten Mittag, meldet „BNOnews“ über den Kurznachrichtendienst Twitter, dass der Radiosender KissFM den Tod Swayzes gemeldet habe – ob die News stimmt, sei noch zu prüfen. Erst die Nachricht, dann der Quellencheck: Grundsätze des Journalismus wurden hier kurzerhand umgedreht. Eine knappe Stunde später kam endlich die Entwarnung: Swayze lebt. Fall erledigt? Zu spät.

Die Nachricht über Swayzes Tod war auf dem Markt. Zeitweise lief sie bei Twitter sekündlich über den Ticker, eingetippt von Usern auf der ganzen Welt. Es dauerte nicht lange, und die etablierten Medien wurden auf die Neuigkeit aufmerksam. Nicht alle machten sich die Mühe, die Quelle KissFM zu befragen. Die Radiostation dementierte im übrigen, mit der Ente irgendetwas zu tun zu haben.

Der deutsche Nachrichtensender n-tv meldete um 18.15 Uhr, dass Patrick Swayze gestorben sei. Der Sender berief sich auf die Bild-Zeitung. Auch bild.de meldete den Tod von Swayze – mit n-tv als Quellenangabe. RTL und der Kölner Express übernahmen die Meldung, von wem auch immer.

Vielleicht von Wikipedia. Die englischen Version des Online-Lexikons erklärte Swayze um 16.33 Uhr für tot. Zwar wurde der Beitrag umgehend korrigiert, aber eine Minute später stands wieder drin. Und so weiter. Denn irgendwer ist immer online, der was zu erzählen hat.


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