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Keine Hinweise auf Gesundheitsgefahr: Junge Frau mit Handy© dpa

Mobilfunk

Studie findet keinen Zusammenhang zwischen Handys und Hirntumor

Wissenschaftler haben in einer großangelegten internationalen Studie keinen Zusammenhang zwischen der Handynutzung und Hirntumoren feststellen können.

Das ist das wichtigste Ergebnis der Untersuchung mit fast 13.000 Teilnehmern hervor, deren Ergebnisse am Dienstag im „International Journal of Epidemiology“ erscheinen sollen. Der Mobilfunk erhöht demnach generell weder das Risiko von Meningeomen, einer häufig vorkommenden gutartigen Tumorart, noch das von Gliomen, einer seltenen, aber gefährlicheren Form von Krebs. Im Hinblick auf Handy-Nutzer, die besonders häufig telefonieren, seien die Resultate allerdings unklar.

Die Wissenschaftler untersuchten über einen Zeitraum von zehn Jahren, ob es einen Zusammenhang zwischen der Mobilfunkstrahlung und den Tumoren gibt. Auftraggeber war die Krebsforschungsstelle IARC der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass es Andeutungen gibt, starke Handynutzung könnte Gliome auslösen. Doch für einen wissenschaftlichen Nachweis sei der Zusammenhang nicht deutlich genug.

Denn berücksichtige man die Intensität der Nutzung, so habe sich bei fünf Prozent der Teilnehmer ein erhöhtes Risiko gezeigt, an einem Gliom zu erkranken. Das seien jedoch diejenigen Probanden gewesen, die das Handy nach eigenen Angaben an die vom Gliom betroffene Kopfseite gehalten hatten.

Die Macher der Studie räumten ein, eine mögliche Fehlerquelle könne gewesen sein, dass die Testpersonen gefragt wurden, wie lange sie sich in den vergangenen zehn Jahren ihre Handys an welches Ohr hielten. Die Ergebnisse legen demnach nahe, dass die Geräte das Krebsrisiko senken - was die Wissenschaftler als „nicht einleuchtend“ bezeichnen. Die Experten fordern weitere Untersuchungen. Noch sei es zu früh für den Schluss, zwischen der Häufigkeit der Handynutzung und Gehirntumoren gebe es keinen Zusammenhang.

Wissenschaftler wollen Zusammenhang weiter untersuchen


Seit dem Beginn der Studie im Jahr 2000 hätten sich die Nutzungsgewohnheiten deutlich verändert, argumentieren die Wissenschaftler. Außerdem wollen die Mediziner untersuchen, ob die Strahlung möglicherweise das Risiko von Tumoren in der Ohrspeicheldrüse oder dem Gehörnerv erhöht. Auch die Auswirkung auf Kinder soll gesondert erforscht werden.

An der Studie arbeiteten Wissenschaftler aus 13 Staaten. Untersucht wurden 12.848 Probanden, von denen 5.150 an einem Gliom oder Meningeom litten. Ende 2009 gab es nach Angaben des Internationalen Telekommunikationsverbands ITU weltweit etwa 4,6 Milliarden Mobilfunkverträge.


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