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Bundestagswahl

Russische Twitter-Accounts werben für die AfD

Während die Bundestagswahl läuft, wird der Nachrichtendienst Twitter von tausenden AfD-Meldungen geschwemmt. Die meisten Accounts lassen sich nach Russland zurückverfolgen.

Berlin.  Die Alternative für Deutschland (AfD) wird in den 19. Bundestag einziehen. So weit daneben werden die Prognosen der vergangenen Wochen nicht liegen. Damit der Einzug möglichst erfolgreich ausfällt, macht die AfD, wie alle andern Parteien auch, noch einmal richtig Werbung für sich selbst. Nur eines fällt bei den Twitter-Tweets zur AfD deutlich auf: Ein Großteil von ihnen wird aus Russland gesendet – massenhaft, binnen kürzester Zeit. Dies berichtet die „Bild“-Zeitung.

Möglich machen dies so genannte „Bots“ – Roboter, die ohne ein aktives Eingreifen von Personen automatisierte Twitter-Pots senden. Verfolgt man beispielsweise die letzten Aktivitäten der Twitter-Nutzerin Renate Biller (@RenateBiller) wird die Vorgehensweise schnell klar. Ein erst vor wenigen Tagen eröffneter Account – mit aktuell nur 20 Followern – wird durch gezielte Likes (650) und Tweets (645) zu einer deutlichen Sichtbarkeit bei Twitter verholfen. Hunderte der Accounts, die auf den Twitter-Post „Wenn die an der Macht bleiben, dann gibt es in 5 Jahren Bürgerkrieg. #afd #wahlbetrug #islamisierung #afdwaehlen #wahlbeobachter“ reagiert haben, kommen aus Russland – zumindest lassen die Namen darauf schließen. Diese bestehen aus einer zufällig erscheinenden Kombination von Buchstaben und Zahlen, heißt es in der „Bild“-Zeitung weiter.

Nachdem die russischen Accounts zuvor größtenteils Werbung und Schmähungen gegen russische Oppositionelle verbreitet haben, scheinen sie jetzt in den Wahlkampf für die AfD eingestiegen zu sein. „Die fortwährende Verbreitung von rechtsextremen Nachrichten legt nahe, dass der Bot-Manager entweder ein AfD-Unterstützer ist, oder dass die AfD das russische Bot-Netzwerk dafür bezahlt, ihre Nachrichten zu verbreiten“, heißt es von der Open Source-Denkfabrik „DFRLab“. Diese hat die Russen-Accounts analysiert.

Und auch deutsche „Bots“ werben für die AfD. So erschienen beispielsweise auf dem Account „Monster“ (@Teletubbies007) in den vergangenen Stunden hunderte Posts zur AfD. Immer versehen mit den Schlagwörtern #AfD, #btw17, #afdwaehlen, #Wahlbeobachter, #wahlbetrug, #FreeNikolai, #Zensur, #Weidel #Reconquista (portugiesisch für „Rückeroberung), #islamisierung. Der Hashtag #wahlbetrug steht deutlich im Fokus. Wie DFRLab-Analyst Ben Nimmo herausfand sind über Nacht fast 6000 Posts mit dem Hashtag „Walbetrug“ online gegangen – alleine elf Prozent vom Nutzer „Monster“ (@Teletubbies007). Mehr als eine halbe Millionen Nutzer haben laut „Bild“-Analyse die Posts mit dem Hashtag „Wahlbetrug“ gesehen. Nur gut 10 Prozent der Inhalte sind auf den Original-Post zurückzuführen – 88 Prozent auf Retweets.

 

Die Recherchen der „Bild“-Zeitung decken sich mit einem Bericht des Online-Portals Buzzfeed News. Die Autoren behaupten dort, Kontakt zu einer russischen Hackergruppe aufgenommen zu haben. Der Kopf der Gruppe versprach demnach den Redakteuren, ihnen bis zu 15 000 Pro-AfD-Tweets zu liefern. Ein Bot-Netzwerk sollten die Nachrichten wenige Stunden vor der Bundestagswahl ausspielen und somit die Stimmabgabe beeinflussen. Die digitalen Wahlhelfer könnten Fake-News oder auch verbale Angriffe auf politische Gegner verbreiten. Das Angebot lehnte die Buzzfeed-Redakteure aber ab.

Von fw/RND


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