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NP-Interview

Pornos gucken? „Das ist ganz normal“

Immer mehr Jugendliche konsumieren nach den Beobachtungen von Medientherapeuten Pornografie im Internet. Die hannoversche Beratungsstelle "return" für Mediensucht warnt vor den Folgen. Der Leiter im NP-Interview.

Eberhard Freitag ist Diplom-Pädagoge und Leiter der Fachstelle Return Mediensucht. Er beschäftigt sich seit 2005 mit dem Internet-Pornografie-Konsum.

Wo entsteht der Kontakt zu pornografischen Inhalten?

In erster Linie über das Internet. Fast alle Jugendlichen haben ein Smartphone. Sie können Pornoseiten über offene WLAN-Stellen, die eigene Flatrate oder zu Hause am eigenen Computer abrufen. Zusätzlich können sie entsprechende Inhalte auch von Freunden oder Bekannten über Mediendienste wie Whats App erhalten.

Welche Folgen kann der Konsum der Inhalte haben?

Man kann süchtig werden: Mit Pornos kann man Gefühle regulieren, Langeweile bekämpfen oder Einsamkeit wegdrücken. Wenn das Gehirn lernt, dass Pornos helfen, fordert es den erneuten Konsum. Es können Beziehungsprobleme entstehen: Wenn der Partner virtuell fremdgeht, kann das Beziehungen zutiefst erschüttern. Drittens kann andauernder Pornographiekonsum sexuellen Missbrauch fördern. Wer häufig Pornos konsumiert, gewöhnt sich an die ständig verfügbare Verwertung von Sexobjekten zur eigenen Befriedigung, was insbesondere bei Minderjährigen die Schwelle zu sexuellen Übergriffen nachweislich senkt.

Wie können Eltern ihre Kinder schützen?

Jüngere Kinder kann ich begrenzt schützen, indem ich eine Filterschutz-Software installiere. Zusätzlich müssen wir das Thema Porno offen ansprechen. Haben Sie einen 13-jährigen Sohn, gehen Sie davon aus, dass er Pornos guckt, wenn er die Chance dazu hat. Das macht fast jeder und die Neugierde ist auch ganz normal. Eltern können ihren Kindern helfen, eine gute Position zu dem Thema zu finden. Einen Kontakt generell ausschließen können sie aber nicht.

Wo steht die aktuelle Forschung?

Leider gibt es keine aktuelle repräsentative Studie, die die Auswirkungen bundesweit wirklich umfangreich untersucht hat. Deswegen wollen wir gerne eine eigene Studie erstellen. Dafür benötigen wir allerdings noch finanzielle Unterstützung.

tow


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