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Fernsehen

Pocher verlässt Harald Schmidt und ARD

Oliver Pocher gibt nicht nur seinen Ausstand bei "Schmidt & Pocher", sondern auch bei ARD. Der Jung-Komiker wechselt zur Privatkonkurrenz bei Sat.1, um dort eine neue Late-Night-Show zu moderieren.

Bald getrennt: Oliver Pocher (links) und Harald Schmidt.

Von Marina Antonioni

Sat.1-Geschäftsführer Guido Bolten: „Oliver Pocher ist ein Ausnahmetalent. Ich freue mich sehr, dass wir ihn langfristig für unseren Sender gewinnen konnten und ihm jetzt bei Sat.1 ein neues Zuhause bieten.“

Bereits fest steht auch ARD-intern der Nachfolger von Frank Elstner als Moderator der Unterhaltungsshow „Verstehen Sie Spaß?“. Den Namen wollte Herres aber noch nicht verraten.

Auf ihrer zweitägigen Sitzung berieten die Intendanten unter anderem auch über die finanzielle Situation der ARD, sie legten genaue Zuständigkeiten bei sportlichen Großereignissen fest und zogen Lehren aus der Berichterstattung über den Amoklauf von Winnenden und Wendlingen.

Pocher ist am Donnerstag (2. April, 22.45 Uhr) in der letzten regulären Ausgabe der ARD-Late-Night-Sendung „Schmidt & Pocher“ an der Seite von Moderator Harald Schmidt zu sehen. Als Ende Dezember bekannt wurde, dass das Format nicht fortgesetzt wird, herrschte lange Unklarheit über die Zukunft Pochers. Einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge hatte er eine Probesendung für eine neue 30-minütige Show in der ARD aufgezeichnet. Spekuliert wurde auch über einen möglichen Wechsel des 31-Jährigen zum Privatsender RTL, für den Pocher mit Günther Jauch eine Pilotsendung aufnahm.

In Sachen „Verstehen Sie Spaß?“ hatte ARD-Moderator Jörg Pilawa kürzlich grundsätzlich sein Interesse bekundet. Konkret äußerte sich Herres dazu nicht, er betonte aber, Pilawas Zukunft sehe „rosig“ aus. Er sei der „Unterhaltungsstar“ der ARD und solle dies auch bleiben. Fest steht, dass Pilawa seine Rateshow „Das Quiz mit Jörg Pilawa“ weiter präsentieren wird.

Finanziell rechnet die ARD mittelfristig mit deutlichen Einnahmeausfällen. In den kommenden zehn Jahren sei ein Rückgang von bis zu 15 Prozent zu erwarten, sagte der ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust. Dies sei neben der demografischen Entwicklung auf die wirtschaftliche Lage zurückzuführen, durch die die Zahl der Gebührenbefreiungen steige. Als „wichtiges Zeichen für Solidarität“ würdigte Boudgoust ein vereinbartes Darlehen über 20 Millionen Euro für den RBB. Das Geld wird dem Sender zinsfrei von WDR, SWR, NDR, BR und MDR gewährt und muss zurückgezahlt werden. Boudgoust sprach von „Hilfe zur Selbsthilfe“.

„Lange und intensiv“ sprachen die Intendanten auf ihrer Sitzung auch über die Berichterstattung über den Amoklauf von Winnenden, wie Boudgoust hervorhob. Dabei sei eine intensivere Vorbereitung auf derartige Ausnahmesituationen vereinbart worden. Dies sehe zum einen die Schulung von Reportern, aber auch Maßnahmen im technischen Bereich vor, sagte der SWR-Intendant.

Im Bereich Sport legten die ARD-Intendanten erstmals feste Senderzuständigkeiten für die einzelnen Großveranstaltungen fest. So hat der SWR künftig die Federführung bei der Berichterstattung über die Fußball-Weltmeisterschaften. Für die Fußball-EM wird der WDR zuständig sein, BR oder MDR für die Olympischen Winterspiele und der NDR für die Olympischen Sommerspiele.

Eines der Hauptthemen der ARD-Hauptversammlung war ferner der ab Juni gesetzlich vorgeschriebene „Drei-Stufen-Test“ für die Onlineangebote der Öffentlich-Rechtlichen. Die Intendanten legten die formalen Kriterien und den zeitlichen Ablauf des Verfahrens fest. Die Tests seien sehr personal- und zeitaufwändig und stellten „eine große Herausforderung für die Anstalten dar“, betonte Boudgoust. Die Kosten liegen laut ARD bei mindestens fünf Millionen Euro. Mit den Tests soll eine Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil der Privatsender und Verlage durch die Online-Angebote von ARD und ZDF verhindert werden.


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