Grimme-Gewinner: Regisseur Dennis Kaupp (l.) und der Autor und Schauspieler Jesko Friedrich.
Von Frank Bretschneider
Preisträger bei den Fernsehspielen sind die ARD-Produktionen „Ihr könnt euch niemals sicher sein“, „Teufelsbraten“, „Das wahre Leben“ und „Die zweite Frau“ sowie der ZDF-Beitrag „Wholetrain“. Bei „Das zweite Leben“ ist es für Regisseur Hans Steinbichler und Hauptdarsteller Matthias Brandt bereits der jeweils zweite Grimme-Preis.
Von den Informations- und Kultursendungen wurden die ARD-Beiträge „Losers and Winners“, „Leben und Sterben für Kabul“, „Sonbol - Rallye durch den Gottesstaat“ und „Der große Ausverkauf“ sowie der ZDF/3sat-Reihe „Mädchengeschichten“ ausgezeichnet. In der Rubrik „Unterhaltung“ konnten die RTL-Produktion „Doctor’s Diary“ und die NDR-Satiresendung „Extra 3-Rubrik Johannes Schlüter“ punkten.
Die Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes für Verdienste um die Entwicklung des Fernsehens erhalten die beiden Moderatoren des ZDF-„heute journals“, Marietta Slomka und Claus Kleber. Beide machten komplexe Sachverhalte „anschaulich, präzise und pointiert“ verstehbar, so die Begründung. Der Sonderpreis Kultur des Landes NRW geht an die WDR-Dokumentation „Brinkmanns Zorn“ über den Dichter Rolf Dieter Brinkmann.
Der Direktor des Grimme-Instituts, Uwe Kammann, zeigte sich mit dem zurückliegenden Fernsehjahr überwiegend zufrieden. „Es hat erneut bewiesen, dass das Fernsehen vieles kann, wenn die Macher Bestes wollen und auch dürfen“, sagte er. Die prämierten Fernsehspiele seien Beispiele für „sehr markante Geschichten mit großen Darstellern“.
Auch bei den Dokumentationen sieht Kammann das Fernsehen auf der Höhe der Zeit. Insbesondere die preisgekrönten Sendungen zeigten, dass die „großen und drängenden Themen der Globalisierung und der Wirtschaftskrise auch und gerade im Fernsehen intensiv und aktuell behandelt“ werden können. „Aufklärung und Dokumentation über Bilder kann funktionieren“, fügte er hinzu.
Erneut beklagte das Institut jedoch die häufig zu späte Ausstrahlung gerade von Dokumentationen. Lediglich bei Arte und 3sat könnten die Zuschauer hier zur Hauptsendezeit entsprechende Beiträge sehen, rügte Kammann. „Ebenso traditionell“ sei bei den Unterhaltungsendungen ein „Mangel an Innovation und traditionellem Witz“ zu bemängeln.
Die Jury des 45. Grimme-Preises wählte alle prämierten Sendungen aus insgesamt 65 Nominierungen aus. Der Grimme-Preis wird am 3. April in Marl verliehen. Die Moderation des Abends übernimmt Barbara Schöneberger.