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Nach Jahren mit hohen Verlusten hilft vor allem die Digitalisierung dem Pay-TV auf dem umkämpften deutschen Medienmarkt. Der lockt nach wie vor: Sky und Co. bekommen Konkurrenz aus dem Netz.

Nach Jahren mit hohen Verlusten hilft vor allem die Digitalisierung dem Pay-TV auf dem umkämpften deutschen Medienmarkt. Der lockt nach wie vor: Sky und Co. bekommen Konkurrenz aus dem Netz. © Marc Müller

Medien

Pay-TV punktet mit Digitalangeboten im Netz

Sky Deutschland bekommt Konkurrenz aus dem Internet. Der Start des Videoportals Netflix im September ist auch ein Angriff auf den Bezahlsender. Oder doch nicht? Sky-Chef Brian Sullivan jedenfalls gibt sich tiefenentspannt.

Unterföhring. Für ihn zeigt der Markteintritt des US-Anbieters vor allem: das Modell Pay-TV funktioniert allen Unkenrufen der vergangenen Jahrzehnte zum Trotz auch in Deutschland. Die Zahlen scheinen dem TV-Manager recht zu geben. Nicht nur die Abo-Zahlen wachsen seit Jahren kontinuierlich, es werden auch mehr Anbieter. Der deutsche Medienmarkt ist umkämpft, aber er ist eben auch ziemlich groß.

Auf Netflix freue er sich, sagt Sullivan. "Wir werden ihnen sagen: Willkommen in Deutschland, dies ist ein komplett anderer Markt als alle anderen, auf denen ihr schon aktiv seid." Netflix werde sich den gleichen Herausforderungen stellen müssen. Aber: der Start des Portals belege, wie attraktiv der deutsche Markt sei.

Dabei war für Bezahlangebote hierzulande lange nichts zu holen. Zwar müssen die Zuschauer auch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk bezahlen, das Angebot ist aber üppig - und der Zahlung kann man nicht entgehen. Dazu kommen etliche private Sender, die frei empfangen werden können. Die Neigung, noch zusätzlich Geld fürs Fernsehen auszugeben war gering. Auch Sky, früher unter dem Namen Premiere ein Symbol für das Elend der Branche, schreibt unter dem Strich noch immer rote Zahlen, auch wenn die Geschäfte seit Jahren stetig besser laufen.

Vor allem aber war Pay-TV lange - wie normales Fernsehen - linear. Nach einem festen Programm wurden Filme, Shows oder Nachrichten hintereinander weggesendet. Das Internet und die Digitalisierung der Empfangsgeräte, Smartphone und Tablets haben das geändert und werden es voraussichtlich noch viel gründlicher verändern.

Sky Deutschland verdankt einen guten Teil der jüngsten Erfolge neuen Technologien. Filme auf Abruf, hochauflösende Bilder, 3D-Fernsehen, Apps für mobile Geräte - die Bandbreite des Angebots ist enorm gewachsen. Neben Bundesligarechten, schnittiger Werbung und einer umfassenden Qualitätsoffensive können Sky Deutschland und andere Anbieter inzwischen mehr liefern. "Pay-TV ist im Massenmarkt angekommen", schreiben die Landesmedienanstalten in ihrem Jahresbericht. Und der Markt ist lukrativ, denn in Deutschland leben viele Menschen, denen es zudem wirtschaftlich überwiegend gut geht.

Das lockt. So setzen auch die werbefinanzierten Privatsender zunehmend auf Pay-Modelle, etwa bei kostenpflichtigen Spartenkanälen. 2013 gab es in Deutschland bereits 75 Pay-TV-Sender. Doch auch das Internet wird als Plattform für Pay-TV-Angebot beliebter. Filme oder Serien lassen sich über entsprechende Portale über einen Breitbandanschluss unkompliziert auf den heimischen Fernseher bringen. Derzeit sind vier große Anbieter auf dem Markt: Amazon Instant Video, Maxdome (ProSiebenSat.1), Watchever (Vivendi) sowie Apple mit seinem iTunes-Service. Im September kommt Netflix dazu.

In ihrer US-Heimat ist die Internet-Videothek Netflix längst ein Medienhaus, dass auch mit Eigenproduktionen wie der Erfolgsserie "House of Cards" den Fernsehmarkt mächtig aufmischt. Ausgerechnet mit der auch bei deutschen Fans beliebten finsteren Politiksatire kann Netflix in Deutschland erstmal nicht punkten: Die Rechte für die Ausstrahlung hierzulande hat Sky Deutschland.

dpa


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