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Bei «Ingress», das weltweit von Millionen Nutzern auf Smartphones und Tablet-Computern gespielt wird, geht es um eine Eroberungsschlacht in einer virtuellen Welt.

Bei «Ingress», das weltweit von Millionen Nutzern auf Smartphones und Tablet-Computern gespielt wird, geht es um eine Eroberungsschlacht in einer virtuellen Welt. © Frank Leonhardt

Geschichte

Nach Protest von Holocaust-Opfern: KZ-Spielorte in "Ingress" gelöscht

Nach Protesten von Holocaust-Überlebenden gegen das Smartphone-Spiel "Ingress" hat sich John Hanke, der Gründer der Google-Tochter Niantic Labs, öffentlich entschuldigt.

München/Hamburg. Die Nazi-Opfer hatten sich daran gestört, dass KZ-Gedenkstätten in Deutschland und Polen als Spielfelder für "Ingress" benutzt worden sind. Hanke kündigte die Löschung dieser Spielorte an.

"Nachdem wir darüber in Kenntnis gesetzt wurden, dass einige historische Marker auf Geländen von ehemaligen deutschen Konzentrationslagern hinzugefügt wurden, haben wir erkannt, dass dies unseren Richtlinien widerspricht", erklärte Hanke am Donnerstag. "Wir haben daher damit begonnen, derlei Plätze für Deutschland und andernorts in Europa herauszunehmen."

Über die Verwendung der Gedenkstätten, Erinnerungsorte und Gedenkzeichen als Spielorte in dem Augmented-Reality-Game hatte das "ZEITmagazin" berichtet.

Bei "Ingress", das weltweit von Millionen Nutzern auf Smartphones und Tablet-Computern gespielt wird, geht es um eine Eroberungsschlacht in einer virtuellen Welt. Die Spieler müssen sich dabei an bestimmte Orte in der realen Welt begeben, um dort in der virtuellen Welt sogenannte Portale zu erobern und zu zerstören. Nach Recherchen der "Zeit" wurden solche Portale auch an Holocaust-Gedenkstätten und auf dem Gelände ehemaliger Konzentrationslager errichtet. Die Standorte der Portale wurden von den Spieler vorgeschlagen und dann von Niantic Labs freigeschaltet.

Gabriele Hammermann, die Leiterin der KZ-Gedenkstätte Dachau, erklärte am Donnerstag, der Friedhof sei für die Hinterbliebenen ein wichtiger Ort der Trauer. "Dass er von Google für ein Unterhaltungsspiel benutzt wird, ist eine Demütigung der Opfer und der Angehörigen." Google müsse selbst dafür sorgen, dass keine Gedenkstätten des Holocaust zu Spielzwecken missbraucht werden.

"Wir sind hier alle sehr erschüttert", sagte Günter Morsch, der Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen, der "Zeit". Überall auf dem Gelände, sogar im Bodenbelag, befinde sich Menschenasche. "Es ist bestimmt kein Ort für Computerspiele."

dpa


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