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Deezer bietet bei dem Börsengang zunächst gut 8,2 Millionen Aktien an.

Deezer bietet bei dem Börsengang zunächst gut 8,2 Millionen Aktien an. © Selin Verger

Musik

Musik-Dienst Deezer will bis Ende Oktober an die Börse

Noch vor dem Streaming-Marktführer Spotify geht der französische Konkurrent Deezer an die Börse. Die dabei offengelegten ausführlichen Zahlen der Franzosen zeigen allerdings auch, dass viele Kunden nicht jeden Monat aktiv sind.

Paris. Der Börsengang des französischen Musikdienstes Deezer könnte über 400 Millionen Euro schwer werden. Der gesamte Streaming-Service soll dabei zusammen mit den Einnahmen aus dem Aktienverkauf mit 900 bis 1,1 Milliarden Euro bewertet werden, sagte Deezer-Chef Hans-Holger Albrecht.

Das Papier soll am 30. Oktober an der Börse in Paris in den Handel kommen. Deezer spricht von rund 6,3 Millionen zahlenden Abo-Kunden zum Stichtag Ende Juni. Die ausführlichen Angaben im Börsenprospekt zeigen aber, dass nur knapp drei Millionen von ihnen auch monatlich aktiv sind. Die anderen kamen zu Deezer über Bündel-Angebote zum Beispiel mit Mobilfunk-Anbietern. Es blieb unklar, wie häufig sie den Dienst noch nutzen. Zugleich zahlen rund 800 000 Kunden weiter, obwohl sie nicht jeden Monat aktiv sind - und bringen damit Deezer trotzdem Geld.

Beim Streaming wird Musik direkt aus dem Netz abgespielt und nicht heruntergeladen. Der aktuelle Streaming-Marktführer Spotify aus Schweden kommt nach eigenen Angaben auf über 75 Millionen Nutzer, von denen rund 20 Millionen zahlende Abo-Kunden sind. Über einen Börsengang von Spotify wird schon lange spekuliert, bisher wurden aber noch keine konkreten Schritte in diese Richtung bekannt.

Deezer bietet bei seinem Börsengang zunächst gut 8,2 Millionen Aktien an. Weitere über 1,2 Millionen Anteilsscheine könnten dazukommen. Die Preisspanne bei der Aktienplatzierung wurde auf 36,40 bis 49,24 Euro angesetzt.

Der Deezer-Umsatz wuchs im ersten Halbjahr um 41 Prozent auf 93,2 Millionen Euro. Der Verlust wurde im Jahresvergleich von 12,8 auf 9 Millionen Euro reduziert. Fast die Hälfte des Geschäfts - 47 Prozent - machte Deezer im ersten Halbjahr in Frankreich. Dort schreibt Deezer bereits schwarze Zahlen. Ein weiteres Drittel der Erlöse wurde in anderen europäischen Ländern erwirtschaftet. In der Zukunft werde die Bedeutung von Wachstumsmärkten etwa in Lateinamerika wachsen, sagte Albrecht.

Der Wettbewerb im schnell wachsenden Streaming-Geschäft heizt sich gerade auch auf, weil Apple in den Markt vorgestoßen ist. Der iPhone-Konzern, der bisher auf den Verkauf von Musik zum Herunterladen setzte, startete Ende Juni sein Streaming-Angebot. Bei Apple Music gibt es eine dreimonatige Gratis-Testphase. Bisher gibt es keine Informationen dazu, wie viele Nutzer danach weiter zahlende Kunden bleiben.

Deezer merke bisher keine negativen Folgen des Markteintritts von Apple, sagte Albrecht. Weder wanderten mehr Kunden ab, noch habe sich der Zufluss neuer Nutzer verlangsamt. Eher helfe die höhere Aufmerksamkeit allen Anbietern.

dpa


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