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Windows ist das wichtigste Produkt von Microsoft und Steven Sinofsky war als Bereichs-Chef eine zentrale Figur für die Zukunft des Software-Riesen.

Windows ist das wichtigste Produkt von Microsoft und Steven Sinofsky war als Bereichs-Chef eine zentrale Figur für die Zukunft des Software-Riesen.© Justin Lane

Computer

"Mr. Windows" verlässt Microsoft: Zwei Frauen führen

Überraschender Wechsel in der Microsoft-Chefetage: Nur wenige Wochen nach dem Start des neuen Betriebssystems Windows 8 verlässt der zuständige Manager Steven Sinofsky den Software-Konzern.

Redmond. Nachfolgerin an der Spitze des Windows-Bereichs wird Julie Larson-Green, wie Microsoft am Dienstag mitteilte. Die Software-Entwicklerin war unter anderem für das neue Design des Windows-Betriebssystems mit den großen Kacheln auf der Oberfläche verantwortlich.

Der 47-jährige Sinofsky war Chefarchitekt der neuen Version von Microsofts wichtigstem Produkt und hatte seine Vision für eine radikale Erneuerung durchgesetzt. Er wurde auch immer wieder als Anwärter auf den Chefposten im Konzern gehandelt. Einem Bericht der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zufolge gab es allerdings Probleme in seinem Verhältnis zu anderen Managern, inklusive Konzernchef Steve Ballmer. Unter anderem habe Sinofsky Grabenkämpfe mit anderen Bereichen geführt. Microsoft-Chef Ballmer wolle die nächste Version mit einem erneuerten Team angehen, hieß es.

Zudem wird die Verantwortlichkeit in dem Bereich stärker aufgeteilt: Die für Finanzen und Marketing zuständige Tami Reller kümmert sich künftig auch um die geschäftliche Seite von Windows, während Software und Hardware in der Hand von Larson-Green liegen. Die Microsoft-Aktie verlor im frühen New Yorker Handel am Dienstag rund 3,5 Prozent auf 27 Dollar.

Sinofsky selbst schrieb in einer internen Abschieds-Mail, er wolle nach mehr als zwei Jahrzehnten bei Microsoft neue Herausforderungen suchen und der Marktstart von Windows 8 sei ein passender Zeitpunkt dafür.

Larson-Green, laut US-Medien zuletzt Sinofskys "rechte Hand", stand schon bei der Vorstellung von Windows 8 prominent auf der Bühne. Sie ist seit 1993 bei Microsoft und hatte das Design des Browsers Internet Explorer und der wichtigen Office-Büroprogramme mitgeprägt. Unter anderem gilt sie als Erfinderin des Funktionsbands ("Ribbon") statt der vorherigen Kästchen-Menüs in neueren Office-Versionen.

Mit Windows 8 wagt Microsoft einen großen Neuanfang. Erstmals läuft die Software in ähnlicher Form auf klassischen PCs, Tablets und Smartphones. Damit will Microsoft seine starke Position bei PCs und Servern auf auf den Mobilbereich übertragen. Doch dort dominieren Hersteller von Geräten mit dem Google-Betriebssystem Android sowie Apple mit seinen iPhones und iPad-Tablets. Unter Sinofskys Regie brachte Microsoft mit dem Start von Windows 8 Ende Oktober auch das erste eigene Tablet Surface auf den Markt.

Unterdessen bekommt Microsoft die Schwäche des PC-Marktes direkt zu spüren, weil damit auch weniger Windows- und Office-Software verkauft wird. Im dritten Quartal sanken die PC-Verkäufe im Jahresvergleich weltweit um mehr als acht Prozent, in Deutschland sogar um fast ein Fünftel. Verbraucher greifen derzeit lieber zu Smartphones und Tablets, Unternehmen halten sich mit der Erneuerung ihrer Geräte zurück. Microsoft hofft auf neue Impulse durch Windows 8 und dafür entwickelte Kombi-Geräte. Im vergangenen Quartal gab es deutliche Rückgänge bei Umsatz und Gewinn.

Sinofsky, der 23 Jahre bei Microsoft verbrachte und wie Larson-Green lange an der Office-Software arbeitete, übernahm die Führung des Windows-Bereich im Jahr 2006. Er konnte nach der viel kritisierten Version Windows Vista den erfolgreicheren Nachfolger Windows 7 präsentieren. Windows 8 sollte sein großer Wurf werden. Nach Informationen des "Wall Street Journal" und des Blogs "The Verge" wurde jedoch sein schroffer und unkooperativer Management-Stil zum Problem.

dpa


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