Navigation:
Lena Meyer-Landrut trat 2010 für Deutschland beim ESC an.

Lena Meyer-Landrut trat 2010 für Deutschland beim ESC an.
 © dpa

Neue Casting-Show

Lena überrascht mit ESC-Comeback

Vor sechs Jahren landete Lena Meyer-Landrut beim Eurovision Song Contest überraschend auf dem ersten Platz. Jetzt mischt die Sängerin wieder mit: Die 25-Jährige, Tim Bendzko und Florian Silbereisen küren den deutschen Bewerber.

Köln.  Diesmal aber. Diesmal soll es klappen. Nicht mit einem Sieg, das wäre nach der Dauerpleite der letzten Jahre vermessen. Aber nicht wieder Letzter werden – das wäre ja schon mal etwas. Mit einem reformierten deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest (ESC) will der Norddeutsche Rundfunk die nationale Ehre bei der größten Musikshow der Welt retten. Und hat eine Überraschung parat: Lena Meyer-Landrut kehrt in den ESC-Zirkus zurück. Nicht als Sängerin, sondern als Jurymitglied. Und auch Stefan Raab mischt wieder mit. Nicht als Frontmann, aber als Produzent im Schatten.

So sucht die ARD den neuen Hoffnungsträger

Und so sucht die ARD 2017 den deutschen ESC-Hoffnungsträger: Fünf Nachwuchssänger stellen sich am 9. Februar in der ARD-Livesendung „Unser Song für 2017“ dem Urteil des Publikums und der Jury. Darin sitzen neben Lena noch Tim Bendzko und Florian Silbereisen. Das Stimmrecht liegt allein bei den Zuschauern. Begleitet werden die Künstler von Stefan Raabs ehemaliger Hausband, den „Heavytones“. Alle Songs werden – ein begrüßenswertes Novum – von internationalen Produzententeams extra für den ESC geschrieben. Schauplatz des dreistündigen Spektakels, das Barbara Schöneberger moderieren wird, ist das Kölner Studio, in dem 2010 auch Lena entdeckt wurde. Die ARD kooperiert dabei wie im Vorjahr mit der Produktionsfirma Raab TV.

Castings bringen beste Ergebnisse

„Zurück zu den Wurzeln“ will ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber. „Wir konzentrieren uns an einem langen Fernsehabend auf wenige starke Künstler.“ Warum Casting? „Weil es die besten deutschen ESC-Ergebnisse zuletzt mit Castingsiegern gab“ – mit Max Mutzke (2004), Lena (2010, 2011) und Roman Lob (2012). Der NDR setzt also wieder ganz auf die Urteilskraft der Zuschauer.

Die Bewerbungsphase beginnt heute. Aus allen Interessierten nominieren NDR-Vertreter, „Heavytones“-Chef Wolfgang Dalheimer und weitere „musikalische Experten“ bis zum 18. November 30 Künstler für eine zweite Runde, von denen sich dann fünf in der Livesendung stellen. Dort treten sie in vier Runden gegeneinander an. „Ich kann nur jedem empfehlen, sich zu bewerben“, sagt Lena selbst. „Es könnte die beste Entscheidung eures Lebens sein und alles verändern.“ Die 25-Jährige selbst hat jüngst ihre „Carry you home“-Tour abgeschlossen, erreichte mit ihrem vierten Album „Crystal Sky“ Chartplatz zwei und war in der Sat.1-Castingreihe „The Voice Kids“ im Einsatz.

Eine Chronik des Schreckens

Die Bringeschuld des NDR war enorm. Die deutsche ESC-Bilanz der letzten Jahre ist eine Chronik des Schreckens: Platz 21 für die Disko-Veteranin Cascada 2013. Platz 18 für das Frauentrio Elaiza 2014. Letzter Platz für Ann-Sophie 2015. Letzter Platz für Jamie-Lee Kriewitz 2016. Und beim Vorentscheid gab’s den Rückzug von Andreas Kümmert und die Blamage um die zurückgezogene Nominierung von Xavier Naidoo. ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber stand mächtig unter Druck. Noch ein Fehlschuss wäre wohl selbst im leidensfähigen und duldsamen öffentlich-rechtlichen System nicht mehr vermittelbar. Das neue Modell – mit Lena, Silbereisen und Schöneberger – ist der klare Versuch, die Generationen zu versöhnen und die Songs aufzuwerten.

Deutschland ist nicht automatisch unbeliebt

Grundsätzlich gilt, dass man mit einem mittelmäßigen Song und mittelmäßigem Engagement beim ESC keinen Blumentopf gewinnt. Die sanfte Entmachtung der Plattenfirmen, die den ESC-Vorentscheid immer bloß als Werbeplattformen für ihre Schützlinge sahen, ist ein richtiges Signal. Und: Deutschland ist nicht automatisch unbeliebt, siehe Lena. Entscheidend ist die Eurovisionstauglichkeit eines Songs. Die Show wird über die ESC-App europaweit gestreamt. Deutsche Zuschauer erhalten dadurch erstmals live eine Art „europäisches Stimmungsbarometer“ als Hilfestellung für ihre Entscheidung. ARD-Programmchef Volker Herres macht schon mal Druck. Das neue Konzept habe „alle Zutaten, damit Deutschland 2017 eine Chance auf eine Top-Ten-Platzierung erhält“. Wenigstens einer ist optimistisch.

Von RND/Imre Grimm

Köln

Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Vier Spiele Sperre für Sané - 96 verzichtet auf weiteren Einspruch. Richtig so?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie