Doch egal, ob die Kandidatin das Finale am Freitag für sich entscheidet und am 29. Mai für Deutschland beim „Eurovision Song Contest“ antreten darf – für Hannover ist die Abiturientin mit ihrer natürlichen, unverstellten Art in jedem Fall ein Gewinn: Sie erzählt vor laufenden Kameras von ihrer Heimatstadt.
Nach der Pechsträhne von Hannover 96 und dem Rücktritt von Landesbischöfin Margot Käßmann komme das neue Gesicht für die Stadt gerade richtig, meint Lars Harden (36), Geschäftsführer der Aserto Kommunikationsanalysen und Beratung GmbH & Co. KG in Hannover. Der Medienwissenschaftler hat vor einigen Jahren die Medienwirkung der Landeshauptstadt untersucht und neben einigen Höhepunkten wie der Eilenriede und den Herrenhäuser Gärten vor allem viel von „Mittelmäßigkeit“ ausgemacht. „Das Marketing von Hannover hat große Probleme, weil wir es nicht schaffen, das, was ist, zu präsentieren“, sagt Harden. „Insofern ist Lena ein Glücksfall.“ Die Hannoveranerin breche mit vielen Erwartungen, die Zuschauer an eine Castingshow haben. Sie sei intelligent und bleibe bei all dem Rummel um ihre Person sie selbst. „Lena löst mit ihrer Art enorm viel aus, sie hat einen Effekt auf die Menschen“, sagt Harden.
Der Chef der Hannover Marketing und Tourismus GmbH, Hans Nolte (48), und Oberbürgermeister Stephan Weil (51) setzen in Sachen Stadtmarketing zwar keineswegs auf Castingshow-Teilnehmer. Dennoch freuen sie sich über Hannovers „tolle Sympathieträgerin“. „Solche Botschafter braucht eine Stadt“, sagt Nolte. Stephan Weil wird am Freitagabend Daumen drücken – während der Sendung vor dem Fernsehapparat.
Danny Schrader