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Die Schriftstellerin Juli Zeh fordert von deutschen Buchverlagen ein gemeinschaftliches Vorgehen gegen Amazon.

Die Schriftstellerin Juli Zeh fordert von deutschen Buchverlagen ein gemeinschaftliches Vorgehen gegen Amazon. © Kay Nietfeld/Archiv

Literatur

Juli Zeh fordert von Verlagen Solidarität gegen Amazon

Der Internetriese Amazon bleibt mit seinen Methoden auf dem deutschen Buchmarkt weiter in der Kritik. Bis zum Donnerstag hatten sich nach Angaben des Pen-Zentrums insgesamt rund 1500 deutschsprachige Schriftsteller einem offenen Protestbrief an die Firmenführung angeschlossen.

Berlin. n.

Mitunterzeichnerin Juli Zeh ("Nullzeit") forderte von den deutschen Buchverlagen ein gemeinschaftliches Vorgehen gegen den Onlinehändler. "Es reicht nicht, Amazon zu dämonisieren und zu versuchen, in einer verworrenen Situation mit der Moralkeule Klarheit zu schaffen", sagte die Autorin in einem Interview der "Stuttgarter Zeitung" (Donnerstag).

Angesichts der veränderten Strukturen auf dem Buchmarkt müssten sich die Verlage organisieren. "Es ist nicht so, dass die andere Seite keine Macht hat, sie ist nur gespalten."

In dem Protestbrief werfen die Autoren dem Onlinehändler "Erpressungsmethoden" vor. Er manipuliere gezielt Empfehlungslisten und liefere Bücher bestimmter Verlage verlangsamt aus, um höhere Rabatte durchzusetzen, so die Kritik. Weitere Unterzeichner sind etwa Amelie Fried, Franziska Sperr, Christoph Hein, Doris Dörrie, Gaby Hauptmann, Jan Brandt und Ilija Trojanow.

Der Publizist und Islamwissenschaftler Stefan Weidner begründete dagegen in der "Süddeutschen Zeitung", warum er die Petition nicht unterschreibt. Amazon wolle, dass E-Books deutlich billiger würden als gedruckte Bücher, aus Sicht des Lesers gebe es keinen schlagenden Einwand gegen diese Technik.

"Wollen die Akteure unseres Buchmarktes verhindern", so Weidner, "dass Amazon und ein paar andere amerikanische Vertriebsplattformen wie Google und Apple in der künftigen E-Book-Welt ein Monopol haben, müssen sie sich selbst an die Spitze dieser Bewegung setzen." Stattdessen gebe es im Buchmarkt "Verknöcherung" und "Reformunwilligkeit".

dpa


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