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Ein Logo des Internetkonzerns Google, aufgenommen am New Yorker Büro des Unternehmens.

Ein Logo des Internetkonzerns Google, aufgenommen am New Yorker Büro des Unternehmens. © Andrew Gombert

Computer

Google sahnt bei Internetwerbung ab

Die florierende Online-Werbung lässt bei Google die Kassen klingeln. Im vergangenen Jahr stieg der Gewinn des Konzerns um zehn Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar (8,0 Mrd Euro).

Mountain View. Der Umsatz überstieg auch dank des Zukaufs des Smartphone-Herstellers Motorola die Marke von 50 Milliarden Dollar.

Das letzte Jahresviertel mit Weihnachten sorgte dabei noch einmal für einen Schub, nachdem das Geschäft im Sommer enttäuscht hatte. Die Nutzer klickten öfter auf Werbeanzeigen, was für Google bares Geld bedeutet. Zudem konnte Google wieder etwas mehr Geld pro Klick von seinen Werbekunden verlangen.

"Wir haben das Jahr 2012 mit einem starken Quartal beendet", erklärte Konzernchef Larry Page am Dienstag am Firmensitz im kalifornischen Mountain View. Die Anleger waren mit ihm einer Meinung: Im frühen New Yorker Handel schoss die Aktie am Mittwoch um 6 Prozent hoch. Mehrere Banken sprachen Kaufempfehlungen aus und erhöhten ihr Kursziel.

Die Analysten waren vom Schlussquartal mehr als angetan: Hier verbesserte sich der Umsatz im angestammten Internet-Geschäft um 22 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Wenn man Motorola hinzurechnet, schoss der Umsatz sogar um 36 Prozent auf letztlich 14,4 Milliarden Dollar hoch. Der Quartalsgewinn stieg um 7 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar.

Im dritten Quartal hatte Google die Anleger noch mit einem merklichen Rückgang vergrault. Zum einen belastete damals ein hoher Verlust von Motorola wegen teurer Smartphone-Neuentwicklungen. Zum anderen nahm Google weniger Geld pro Klick von seinen Werbekunden ein. Nun konnte Google die roten Zahlen bei Motorola eindämmen. Und die Einnahmen pro Klick erholten sich gegenüber dem Vorquartal wieder etwas. Das Niveau des Vorjahreszeitraums erreichten sie indes nicht.

Die Einnahmen pro Klick auf eine Werbeanzeige sind ein Schlüsselindikator für das Google-Geschäft. Die Sorge ist, dass mit dem Vormarsch der Smartphones und Tablets die Gewinne unter Druck geraten könnten, weil auf den mobilen Geräten die Werbetarife niedriger sind. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahm Google pro Klick 6 Prozent weniger ein. Dafür verzeichnete Google 24 Prozent mehr Klicks, was die Einbußen mehr als ausglich.

"Wir profitieren von dem Trend, dass Werbung immer stärker online geschaltet wird", sagte Google-Manager Nikesh Arora. Wichtigste Einnahmequelle sind die hervorgehobenen Links der Suchmaschine. Immer wichtiger werden aber auch grafische Werbeanzeigen, die überall im Web auftauchen. Das Geschäft in Deutschland sei besonders gut gelaufen, sagte Arora. Schwächer habe es in Südeuropa ausgesehen.

Dabei bekommt Google gerade mehr Gegenwind im Werbemarkt: Nicht nur, dass sich Yahoo und Microsoft schon vor geraumer Zeit bei der Internetsuche verbündet haben. Vor wenigen Tagen stellte Facebook eine neue Suchfunktion vor, die es ermöglicht, die Informationen der mehr als eine Milliarde Nutzer im sozialen Netzwerk zu durchstöbern.

Konzernchef und Mitgründer Page verlor darüber aber kein Wort. "Es ist eine unglaublich tolle Zeit, bei Google zu sein", sagte er stattdessen. Der Konzern hat 53 900 Mitarbeiter; im Kerngeschäft kamen im Schlussquartal 1400 hinzu. "Wir arbeiten hart daran, die Besten und Klügsten zu bekommen."

16 300 Menschen arbeiteten alleine für Motorola. Google hatte das Handy-Urgestein für 12,5 Milliarden Dollar gekauft, um seinen Vorstoß ins mobile Geschäft abzusichern. Googles Betriebssystem Android ist in der Smartphone-Welt führend, steht aber im Visier von Patentklagen etwa von Apple. Das zweite Motorola-Standbein mit Empfangsboxen für Fernsehen und Internet stößt Google gerade für 2,4 Milliarden Dollar wieder ab. 5200 Arbeitsplätze hängen daran.

dpa


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