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Spitzenspieler Lee Sedol im Duell mit einer Google-Software.

Spitzenspieler Lee Sedol im Duell mit einer Google-Software. © epa/google/dpa

Computer

Google-Software besiegt Go-Spieler auch im fünften Match

Längere Zeit grübelt der Go-Spieler Lee Sedol noch über seine Züge, als könne er seine gerade erlittene Niederlage nicht begreifen. Lee hat auch das letzte Spiel im Kräftemessen mit einem Google-Computer verloren. Als überlegen sieht er das Programm dennoch nicht.

Seoul. Im viel beachteten Brettspiel-Duell zwischen Mensch und Computer hat die Intelligenz-Software AlphGo von Google ihren vorzeitigen Matcherfolg mit dem vierten Sieg gekrönt.

Der südkoreanische Spitzenspieler im asiatischen Strategiespiel Go, Lee Sedol, gab sich am Dienstag in der fünften und letzten Runde nach fünf Stunden Spielzeit und 280 Zügen geschlagen. Trotz der 1:4-Schlappe sagte Lee hinterher in Seoul, er glaube nicht, dass ihm das Computerprogramm generell überlegen sei. "Doch zeigt es eine Konzentration auf einem Niveau, das der Mensch nur schwer übertreffen kann."

Der Triumph von AlphaGo wird als ein großer Schritt in der Entwicklung selbstlernender Maschinen und künstlicher Intelligenz gewertet. Go mit seinen vielen möglichen Spielzügen galt bis zuletzt als zu komplex für Computer.

Das Match wurde live auf der Google-Videoplattform YouTube gezeigt. Er habe gehört, dass gut 100 Millionen Menschen weltweit das einwöchige Duell verfolgt hätten, sagte der Softwarespezialist Demis Hassabis, der den zu Google gehörenden AlphaGo-Entwickler DeepMind mitgegründet hatte.   

Das AlphaGo-Team sicherte sich bereits nach dem dritten Sieg am Samstag das Preisgeld von einer Million Dollar - der Betrag soll gespendet werden. Lee Sedol schaffte mit seinem Sieg am Sonntag noch einen Prestigeerfolg, der auch von der zuvor geschockten Go-Gemeinde erleichtert aufgenommen wurde. "Das ist keine Niederlage für die Menschheit", sie zeige nur seine eigenen Schwächen, bekräftigte der Lee am Dienstag. Nach der dritten Niederlage hatte er von einem fast perfekten Spielweise von AlphaGo gesprochen. Lee, der schon mit zwölf Jahren Profi wurde, hat das Go-Spiel über viele Jahre dominiert.     

AlphaGo hatte schon im Oktober den Go-Europameister Fan Hui mit 5:0 besiegt. Allerdings gehört dieser nicht wie Lee zur Weltspitze. Seit dem Match im Oktober verbesserte sich die Software weiter. Die Programmierer fütterten sie ursprünglich mit Zig-Millionen Zügen menschlicher Spieler, doch lernt sie selbst dazu.  

Bei der Schlusszeremonie überreichte der Vorsitzende des koreanischen Baduk (Go)- Verbands, Hong Seok Hyun, dem Team um Hassabis eine Urkunde über den neunten Dan-Rang ehrenhalber für AlphaGo. Der neunte ist der höchste Spielgrad im Go, den auch Lee hat. "Wir waren fasziniert und überrascht von dem Spielniveau von AlphaGo", sagte Hong.

Das letzte Spiel bezeichneten das AlphaGo-Team und die Kommentatoren als das spannendste der fünf Partien. Das Programm habe in einigen Sequenzen Fehler gemacht, es habe aber dann wieder zurück ins Spiel gefunden, sagte Hassabis. AlphaGo mache Züge, die ein guter Spieler normalerweise nicht machen würde, kommentierte der Go-Profi Michale Redmond auf YouTube. 

Die Regeln des ursprünglich aus China stammenden Go sind relativ einfach: Zwei Spieler versuchen, auf einem Spielbrett Gebiete zu erobern. Dafür setzen sie abwechselnd schwarze und weiße Steine auf die Schnittstellen eines Rasters von 19 vertikalen und 19 horizontalen Linien. Auf dem Brett mit 361 Feldern ist aber eine gewaltige Zahl von Zügen möglich, was es selbst für einen leistungsstarken Computer schwierig macht, die Entwicklung des Spiels durchzurechnen.

DeepMind wurde von Google vor gut zwei Jahren gekauft, laut Medienberichten für 500 Millionen Dollar. Hassabis sagte, es sei noch unklar, was sie mit AlphGo als nächstes machen würden. Denkbar seien auch weitere Matches. Er bekräftigte, dass es das Ziel sei, die Technologie für das Spieleprogramm auch für "Probleme der wirklichen Welt" zu nutzen, etwa im Gesundheitsbereich. Hassabis spricht oft davon, Computern das Denken beizubringen.

dpa


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