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Besucher stehen in der Ausstellung zur US-Serie "Game of Thrones" in Berlin in der Arena an, um ein Foto auf dem Eisernen Thron machen zu können.© dpa

Ausstellung

"Game of Thrones": König für 20 Minuten

12.000 Fans nehmen bei der Berliner Ausstellung zur Fantasy-Serie "Game of Thrones" Platz auf dem Thron.

Berlin. Die Fackeln werfen ihr warmes Licht über die Schneelandschaft. In der Ferne tost der Nordwind - der Winter naht. Der Boden ruckelt, als das Eisentor die Aufzugkabine schließt. Bei der Fahrt nach oben streift das Auge die vorbei huschende Eiswand, kalter Wind bläst um die Ohren. Auf den Zinnen angekommen, geht der Weg weiter über festgetretenen Schnee, bis die Wand zu Ende ist, und man in die Eisestiefe fällt... Diese 4-D-Erfahrung ist der Höhepunkt der interaktiven "Game-of-Thrones"-Ausstellung, die noch bis Sonntag 12 000 Anhänger der gleichnamigen Fantasy-Fernsehserie nach den Romanen von George R.R. Martin in die Arena Berlin lockt. Die kostenlosen Tickets waren binnen einer halben Stunde vergriffen.

Die Besucher können sich auf dem Eisernen Thron fotografieren lassen, dem Königsstuhl aus Schwertern, der das Symbol der epischen Saga um den Machtkampf verschiedener Herrschaftsgeschlechter in der fantastischen Welt von Westeros ist. Oder sich in einer Fotomontage in einen der zombiehaften White Walker mit blauen Augen verwandeln, die jenseits der Eismauer ihr Unwesen treiben. Viel ist virtuell in dieser übersichtlichen Ausstellung, die sich ohne Wartezeiten in 20 Minuten erlaufen ließe. So können die Bewohner ein Video von sich drehen, wie sie von einem Drachen gegrillt werden.

Das bauchfreie Gewand der Mutter der sagenhaften feuerspeienden Geschöpfe, Daenerys Targaryen, gehört zu den zahlreichen Kostüm-Exponaten. Auch der Umhang von Nachtwachenchef Jon Schnee mit der charakteristischen Verzierung aus braunem Fell, eine tief dekolletierte Robe von Margaerey Tyrell, die in der Serie ihre weiblichen Reize zur Machtsicherung einsetzt, die edle Lederrüstung von Jamie Lennister oder das Miniaturgewand seines kleinwüchsigen Bruders Tyrion Lennister sind in Berlin zu sehen. Ohne Darsteller darin wirkt das Ganze ein bisschen blutleer, doch die Fans, die schon um zehn Uhr morgens die Backsteinhallen in der Nähe des Treptower Parkes stürmen, sind begeistert. "Ich will ein Foto mit Jon Snow!", ruft eine junge Besucherin aus, und dann ist es schon fast nebensächlich, dass nicht wirklich Frauenschwarm und Schauspieler Kit Harington in Berlin anwesend ist, sondern nur eine mit Photoshop romantisierte Fotoleinwand. Tatsächlich vor Ort ist am Eröffnungstag jedoch der Nebendarsteller Liam Cunningham, die rechte Hand des Königs Stannis Baratheon. Cunningham ist mit Brille, im T-Shirt statt Rüstung und ohne den ernsten Gesichtsausdruck kaum zu erkennen.

Zu den Devotionalien gehört auch die goldene Maske der "Söhne der Harpyie", die Daenerys Targaryens Soldaten zu meucheln pflegen, sowie die vergiftete Kette, mit der Sansa Stark der Mord an König Joffry angehängt werden soll.
Diese Ausstellung vermittelt den Fans trotz der geringen Größe das Gefühl, Teil des Mythos zu werden. Die dräuende Titelmusik der Serie sorgt für die Atmosphäre, obwohl man sich im Gedränge der anstürmenden Massen wie an einem Markttag in der Stadt Königsmund wähnt.

So eingestimmt werden die Besucher dann zum Sky-Stand geleitet, wo sie ein Abo mit dem Bezahlsender abschließen können, der die Serie zeigt, und dann zum Merchandise-Laden. Das Spiel um den Thron ist eben auch ein Spiel um großen Profit.

Berlin ist die fünfte Station der Ausstellung, die dann gen Paris weiterzieht. Zur Eröffnungsfeier am Dienstagabend schritt auch der deutsche "Game-of-Thrones"-Darsteller Tom Wlaschiha über den roten Teppich. Er spielt den mysteriösen Gestaltwandler, der Arya Stark in der aktuellen Staffel ausbildet. Er zeigte sich in Berlin überwältigt vom plötzlichen Ruhm, er wundere sich immer noch, wenn er auf der Straße erkannt werde. Promigast Katja Flint erklärte bei der Eröffnungsfeier, sie würde sich über ein Rollenangebot freuen, "am liebsten als böse Zauberin". Teil des Kosmos von "Game of Thrones" zu sein, ist offenbar ein weit verbreitetes Bedürfnis.
Nina May


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