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Finanzinvestor Blackstone gibt Kampf um Dell auf

Michael Dell hat wieder bessere Karten, den von ihm gegründeten PC-Hersteller zu übernehmen: Der Finanzinvestor Blackstone ist aus dem Bieterwettstreit ausgestiegen.

New York. Der überraschende Schritt hat jedoch für Michael Dell einen üblen Beigeschmack: Denn als Grund führte Blackstone in einem am Freitag veröffentlichten Brief die schlechte Branchenlage an. Die PC-Verkäufe waren zu Jahresbeginn so stark gefallen wie noch nie.

Blackstone war vor einem Monat in den Bieterwettstreit um Dell eingestiegen und lotete ein Konkurrenzangebot aus. Vor einer Woche präsentierte die Marktforschungsfirma IDC dann ihre Schätzung, dass die PC-Auslieferungen im ersten Quartal um 14 Prozent eingebrochen sind.

Dies und geringere Gewinnaussichten von Dell veranlassten Blackstone nach eigenen Angaben schließlich, die Übernahme abzublasen.

Michael Dell und der Finanzinvestor Silver Lake bieten rund 24,4 Milliarden Dollar (18,7 Mrd Euro) für den Computerbauer, die Offerte von Blackstone lag etwas darüber. Mit dem Milliardär Carl Icahn gibt es allerdings noch einen weiteren Kaufinteressenten. Er hat sich bereits bei Dell eingekauft. Weitere Großaktionäre hatten das Übernahmeangebot von Michael Dell als zu niedrig kritisiert - dies war allerdings bevor der Absatzeinbruch bekannt wurde.

Dell ist der drittgrößte PC-Bauer der Welt. Gründer Michael Dell hofft, das Unternehmen ohne Druck der Börse radikaler umbauen zu können und fit für die Zukunft zu machen. Immer mehr Nutzer greifen lieber zu Smartphones und Tablet-Computern. Dell dagegen ist Spezialist für klassische Notebooks und Tischrechner und hat bisher kaum etwas bei den neuen mobilen Geräten zu bieten.

Nach Informationen von US-Medien störte sich Blackstone auch an anderen Dingen: So soll der Finanzinvestor unglücklich darüber gewesen sein, dass ein großer Teil der Geldreserven des Computerbauers außerhalb der USA liegt. Kommen diese Mittel in die USA, würden hohe Steuern fällig.

Zudem habe Blackstone das Gefühl gehabt, nicht genug Fachwissen im eigenen Haus zu haben: "Wenn man einen Scheck über 1,8 Milliarden Dollar ausstellt, will man die Entscheidung nicht anderen überlassen", sagte ein beteiligter Bankmanager der "Financial Times".

Nach der Offerte von Michael Dell musste das Unternehmen auch anderen Interessenten eine Chance geben und Blackstone sowie Icahn nutzten diese Gelegenheit. Blackstone war auf der Suche nach einem Ersatz für Michael Dell an der Konzernspitze, so dass der Firmengründer dann wahrscheinlich die Kontrolle über sein Lebenswerk verloren hätte. Wie Icahn nun reagiert, war bis zuletzt unklar.

dpa


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