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Der «Farmville»-Erfinder Zynga setzt nach abermals roten Zahlen auf das Glücksspiel.

Der «Farmville»-Erfinder Zynga setzt nach abermals roten Zahlen auf das Glücksspiel. © Justin Lane

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"Farmville"-Entwickler Zynga sucht neues Glück

Der "Farmville"-Erfinder Zynga setzt nach abermals roten Zahlen auf das Glücksspiel. Der Spezialist für Online-Games kündigte Poker- und Kasino-Spiele wie Roulette oder Blackjack mit echtem Geld für den britischen Markt an.

San Francisco. Sie sollen im ersten Halbjahr 2013 mit dem Partner bwin.party gestartet werden. Die Anleger zeigten sich erleichtert und ließen die arg gebeutelte Aktie am Donnerstag um rund 14 Prozent steigen. Auch damit kostete sie allerdings erst gut 2,40 Dollar, während Investoren beim Börsengang Ende vergangenen Jahres noch einen Ausgabepreis von 10 Dollar bezahlen mussten.

Das Zynga-Kerngeschäft mit Simulationsspielen, in denen man virtuelle Bauernhöfe, Häuser oder Städte ausbauen kann, lief auch zuletzt mau. Der Umsatz wuchs im dritten Quartal im Jahresvergleich nur noch um magere drei Prozent auf 316,6 Millionen Dollar, wie Zynga am Mittwoch nach US-Börsenschluss bekanntgab. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2012 sanken die Erlöse sogar um fünf Prozent.

Zynga spielte diesmal einen Verlust von 52,7 Millionen Dollar ein. Hier wirkte sich die Abschreibung von 95,5 Millionen Dollar auf die im Frühjahr gekaufte Spielefirma OMGPOP aus. Zynga hatte sich den Entwickler des Spiels "Draw Something", bei dem man Bilder erraten muss, im März auf dem Höhepunkt von dessen Erfolgsgeschichte geschnappt. Entsprechend hoch war der Preis mit 180 Millionen Dollar. Es wurde jedoch ein teurer Fehlkauf: Schon bis Ende des zweiten Quartals brach die Nutzerzahl von mehr als 14 auf 3,5 Millionen ein.

Zugleich fielen die Quartalszahlen etwas besser aus als von Zynga noch Anfang des Monats in Aussicht gestellt. Die Zynga-Aktionäre, die in den vergangenen Monaten mit ansehen mussten, wie sich ihre Investitionen in den vermeintlichen Börsenstar in Luft auflösten, sollen zusätzlich mit einem Aktienrückkauf im Wert von 200 Millionen Dollar besänftigt werden.

Zynga war mit Simulationen auf der Facebook-Plattform wie etwa "Farmville" oder "Cityville" groß geworden. Dabei ist das Spielen an sich kostenlos. Zynga verdient Geld vor allem am Verkauf virtueller Güter wie Traktoren, Saat, Häuser oder Möbel. Der Anteil zahlender Spieler war traditionell niedrig - der Zustrom neuer Nutzer reichte anfangs aber für ein schnelles Geschäftswachstum aus. Zuletzt gaben jedoch lediglich 3 Millionen Kunden Geld bei Zynga aus - nach 4,1 Millionen noch im zweiten Quartal. Dabei kam die Firma auf insgesamt 311 Millionen aktive Nutzer im Monatsdurchschnitt, 37 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Zynga-Gründer Mark Pincus ließ schon mehrfach durchblicken, dass er eine Zukunft im Glücksspiel-Geschäft sieht. Erst am Dienstag kündigte Zynga den Abbau von rund 150 Stellen an - rund fünf Prozent der Belegschaft. Mehrere Spiele werden aufgegeben.

dpa


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