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CeBIT-Besucher mit der Virtual-Reality-Datenbrille «Oculus Rift».

CeBIT-Besucher mit der Virtual-Reality-Datenbrille «Oculus Rift». © Ole Spata/Archiv

Elektronik

Facebook-Firma Oculus enttäuscht mit Preis von VR-Brille

Mit Spannung haben Spielefans seit Jahren auf die VR-Brille Oculus Rift gewartet - und sind jetzt sauer, dass sie teurer ist als gedacht. Oculus-Gründer Palmer Luckey kontert, für die komplexe Technik dahinter sei die Rift immer noch "unanständig billig".

Las Vegas. Die Facebook-Firma Oculus hat viele Fans mit dem Preis für ihre lange erwartete 3D-Brille Rift zum Eintauchen in virtuelle Welten enttäuscht.

Oculus-Gründer Palmer Luckey entschuldigte sich daraufhin dafür, dass er mit ungeschickten Äußerungen die Hoffnungen auf ein günstigeres Gerät geweckt habe. Zugleich verteidigte er den Preis von 599 Dollar in den USA und 699 Euro in Europa. Virtuelle Realität auf hohem Niveau sei eine teure Angelegenheit, "aber die Rift ist unanständig billig dafür, was sie ist", schrieb er bei Twitter. Auch zu diesem Preis werde Oculus kein Geld mit der Brille verdienen.

Oculus hatte die zweite Vorabversion der Rift für Software-Entwickler für 350 Dollar angeboten. Und Luckey sagte im September, auch der Preis der Verbraucher-Variante, werde "ungefähr bei 350 Dollar" liegen. In einem Chat mit Online-Nutzern in der Nacht zum Donnerstag erklärte der Oculus-Gründer, er habe damals klarstellen wollen, dass die Rift nicht wie im Internet behauptet 1500 Dollar kosten werde.

Diese Zahl hatte Oculus als Preis für Brille und einen angemessen leistungsstarken PC genannt. Zum Teil sei aber als Botschaft angekommen, nur die Rift allein werde so viel kosten. Das habe er damals geradeziehen wollen, erläuterte Luckey.

In der Brille steckt ein Display, das mit einem 3D-Effekt dem Nutzer den Eindruck vermittelt, mitten im Geschehen zu sein. Sensoren sorgen dafür, dass Bewegungen erkannt werden und sich die Perspektive entsprechend verändert.

Oculus startete am Mittwoch die Vorbestellungen der Rift, geliefert werden soll Ende März. Ab Februar kann auch eine Kombination aus Brille und einem tauglichen PC geordert werden, der Preis liegt wie versprochen bei 1499 Dollar. Die aktuellen Computer beim Großteil der Verbraucher - und sogar Gamer - hätten nicht genug Leistung für virtuelle Realität, betonte Luckey. "Für diese Mehrzahl der Leute sind 1500 Dollar der Gesamtpreis dafür, eine Rift zu besitzen. Den Großteil dieser Kosten macht der PC aus, nicht die Rift."

Vorherige Andeutungen, dass die Brille von Facebook etwas subventioniert werde, hätten zwar ein günstigeres Angebot vermuten lassen, kommentierte Branchenexperte Piers Harding-Rolls von der Analysefirma IHS. Aber Oculus habe einen eingeschränkten Spielraum beim Preis, weil die Firma als reiner Gerätehersteller nur wenig von dem Geschäft mit Inhalten abbekomme. Zugleich seien solche VR-Brillen noch nie in industriellen Mengen hergestellt worden. Der Produktion fehle noch die Größe, um günstiger zu werden, gab er zu bedenken.

Oculus hatte eine erste Version der Brille bereits im Frühjahr 2013 veröffentlicht - damals noch als ein unabhängiges Start-up - und damit trotz einiger technischer Schwächen für viel Aufsehen gesorgt. Ein Jahr später zahlte Facebook rund zwei Milliarden Dollar für die Firma und investierte massiv in die Weiterentwicklung. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg glaubt, dass diese Art virtueller Realität (VR) viele Lebensbereiche wie Unterhaltung oder Bildung verändern werde.

In diesem Jahr will auch Sony den Verkauf der Brille Playstation VR für seine Spielekonsole starten. Der Smartphone-Spezialist HTC arbeitet an der Brille Vive. Zur Technik-Messe CES in Las Vegas wurde jetzt die zweite Vorabversion "Vive Pre" vorgestellt. Samsung brachte im vergangenen Jahr das auf Oculus-Technologie basierende Geräte Gear VR auf den Markt, in das ein Smartphone als Display eingesteckt wird.

dpa


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