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Er gibt nicht auf: Daniel Schuhmacher© dpa

Musik

Ex-Superstar Schuhmacher bastelt an zweiter Karriere

Wer war eigentlich nochmal Daniel Schuhmacher? Halb Oberschwaben stand Kopf, als der Blondschopf aus Pfullendorf einem Jahr am 9. Mai bei RTL zum „Superstar“ gecastet wurde.

Er stürmte die Charts und ließ kreischende Teenies reihenweise in Ohnmacht fallen. Und dann war er ebenso schnell vergessen wie er hochgejubelt worden war. Die Zeit des „Superstars“ ist längst vorbei. Inzwischen arbeitet Schuhmacher an seinem Image als ernstzunehmender Musiker.

„Ich will beweisen, das ich mehr bin als irgendein Casting-Act“, sagt der 23-Jährige. Im Moment steht er für sein erstes eigenständiges Album im Studio - das erste, nachdem ihn die ganze Maschinerie rund um die Show „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) losgelassen und sich auf seinen Nachfolger Mehrzad Marashi gestürzt hat, der erst vor rund zwei Wochen gewählt wurde.

„Das erste Album musste ich einfach in kürzester Zeit aufnehmen, weil die Leute nach DSDS schnell ein Album haben wollen. Beim zweiten Album will ich jetzt ganz viel Herzblut und viel von mir selbst reinstecken. Das ist mir sehr, sehr wichtig“, sagt Schuhmacher.

Professor Udo Dahmen von der Popakademie in Mannheim ist da allerdings skeptisch. „Bis jetzt ist noch bei keinem DSDS-Gewinner ein nachhaltiger Erfolg eingetreten“, sagt der Musikdozent. „Denen fehlt oft das gesamte „package“ drumrum - das sind keine authentischen Künstler, die mit viel Originalität und handwerklichen Fähigkeiten das moderne Bild eines Pop-Musikers ausfüllen könnten.“ Lena Meyer-Landrut, die Gewinnerin der Grand-Prix-Castingreihe „Unser Star für Oslo“, sei in einer ganz anderen Liga. „Sie hat mit ihrer Persönlichkeit die ganze Nation verzaubert.“ Daniel, der schmachtende Liebhaber

Das klingt so, als stünde Daniel Schuhmacher nicht wirklich eine rauschende Karriere bevor. „Er hat jetzt viele Fans. Aber die Frage ist, ob die seinen Schritt vom Superstar zum anspruchsvollen Pop- Sänger mitgehen. Ich wüsste nicht einen, dem das bislang gelungen wäre“, sagt Dahmen. „Daniel Schuhmacher hat eine hervorragende Stimme. Aber er ist einfach auf die Rolle des schmachtenden jugendlichen Liebhabers festgelegt.“

Der 23-Jährige, der zum Arbeiten inzwischen einen Zweitwohnsitz in Berlin hat, will sich davon aber nicht unterkriegen lassen. Sein neues Album soll rockiger werden als seine bisherigen Stücke. „Man muss langfristig auch neue Fans ansprechen und überzeugen.“ Die DSDS- Zeit will er hinter sich lassen - trotzdem blicke er gerne zurück: „Ohne DSDS wäre ich nie so bekanntgeworden. Dann hätte ich jahrelang Musik machen können und wäre nie in die Charts gekommen.“ Moderne Hexenjagd in den Medien?

Daniels Manager Volker Neumüller, der auch DSDS-Jurymitglied ist, zeigt sich ohnehin genervt davon, dass die DSDS-Sieger in der öffentlichen Wahrnehmung ein paar Monate nach ihrem Erfolg grundsätzlich als gescheitert gelten. „Das ist eine moderne Hexenjagd der Journalisten“, sagte er kürzlich bei „Spiegel Online“. Daniel habe in einem Jahr 300 000 Singles verkauft, zweimal Gold in Deutschland geholt, zwei Echo-Nominierungen und eine Comet- Nominierung bekommen. „Und trotzdem glauben die Leute: Es klappt nicht. Auch wenn es falsch ist.“

Daniel Schuhmacher selbst gibt sich relativ gelassen angesichts der schwächelnden Begeisterung der Fans. „Während der Show und kurz danach ist der Hype einfach so mega-mega-groß, das kann sich gar nicht halten.“ Seine neueste Single „If It’s Love“ hat es im April immerhin bis auf Platz 30 in den Charts geschafft. „Ich muss nicht immer auf die Eins“, sagt Daniel. „Mir geht es nicht darum, total berühmt und populär zu sein. Ich bin zufrieden, wenn die Songs mir liegen und wenn meine Fans sie gut finden.“ Das neue Album im Sommer ist der Prüfstein, ob ihm das gelingt.

(Marc Herwig, dpa)


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