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Neuanfang in der ARD

Entspannte Langeweile bei Gottschalks neuem Vorabend-Talk

Darauf hatten seine Fans lange gewartet. Nach dem Aus zwischen Thomas Gottschalk und „Wetten, dass ..?“ – gestern also endlich ein Neuanfang mit dem ARD-Talk im Vorabendprogramm: „Gottschalk Live.“
Foto: Thomas Gottschalk feierte am Montagabend mit Stargast „Bully“ Premiere.

Thomas Gottschalk feierte am Montagabend mit Stargast „Bully“ Premiere.

© dpa

Hannover. Die Erwartungen hoch, die Enttäuschung am Ende leider groß. Der professionelle Lockenkopf kennt sein Publikum. Und so darf man es ihm wahrscheinlich nicht allzu sehr verübeln, dass zunächst mal der anschließende Live-Chat auf Facebook ausführlich erklärt wurde. Die Minuten zogen dahin. Die Statisten der Redaktionsmannschaft – die immer wieder im Bild waren – lächelten selig. Mehr wurde von ihnen in den 30 Minuten nicht verlangt. Kein schlechter Job.

Dann machte Gottschalk das, was er am besten kann. Er erinnerte sich und war – so schnell kann man gar nicht umschalten – im Gestern angekommen. Damals, als der Thommy die Heidi entdeckte. Damals, als der Thommy noch einen Late-Night-Talk auf RTL hatte. 1992 hatte die damals 19-jährige Klum bei ihm einen Model-Wettbewerb gewonnen. Dann entdeckte sie Seal. Das Klatschthema des Tages, die Trennung des Traumpaares Klum und Seal, war Gottschalks Einstand ins neue Format. Dazu ein bisschen Selbstinszenierung – man war sich nicht zu schade zu betonen, wie gut man „die Heide“ doch kennt. Das kann er, und wahrscheinlich lieben seine Fans ihn eben auch genau dafür.

Nach dem bisschen Boulevard durfte der erste Gast ins Studiowohnzimmer. Michael Bully Herbig hatte als Gastgeschenk passenderweise Puschen mitgebracht. Und so saßen sie dann in Pantoffeln vor dem Flokati und plauderten – wie sollte es anders sein – über Herbigs neuen Film. Es war absehbar, dass er mit dem durch jede Talk-Show tingeln wird. Immerhin machte er den Einstand bei Gottschalk.

Jahrelang war der Vorabend in der ARD heruntergewirtschaftet worden. Kein Wunder, dass Gottschalk selbst von der „Todeszone“ Vorabend spricht. Und auch wenn er wahrscheinlich zu intelligent ist, den Karriere-Selbstmord zu begehen – um zur Tagesschau wieder wach zu werden, brauchte der eine oder andere nach der Premiere gestern Abend dann doch ein Beatmungsgerät.

(Von Nora Lysk)

[Imre Grimm]

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