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Götz George als Fritz Haarmann in „Der Totmacher“

Götz George als Fritz Haarmann in „Der Totmacher“
 © dpa

TOP 5

Die fünf besten Hannover-Filme

Hannover bietet mehr Potenzial für die Kinoleinwand, als man denkt. Mörder, Surrealismus, Hacker, Veganer. Die fünf besten Filme aus unserer Stadt.

Hannover. Platz 1:  23 – Nichts ist so wie es scheint (1998)
Zeit für Popcornkino! Der Film dreht sich um den echten, gebürtigen Hannoveraner Karl Koch, der in den achtziger Jahren mit einem Ableger des Chaos Computer Clubs namens „Leitstelle 511“ für den KGB spionierte. Der Film basiert auf realen Personen und Ereignissen. Er thematisiert Hacker auf klaustrophobische und fast schon prophetische Art und Weise, wenn man sich die heutige Bedrohung durch Hackergemeinschaften ansieht. Der Film gewann einige Auszeichnungen und inszeniert Hannover als spannenden, drogenversumpften Ort der Kriminalität. Gedreht wurde auch in München, aber wen kümmern schon die Bayern?

 

Platz 2: Der Totmacher (1995)
Kaum ein Hannoveraner ist so berühmt wie Fritz Haarmann. Der Mörder mit dem Hackebeil hat um 1900 herum 24 junge Männer in Hannover getötet und danach fachmännisch zerlegt. Ein Problem mit seiner Sexualität, das wohl durch einen Missbrauch entstanden ist, machte den Mann psychisch krank. So sehr, dass 1995 ein Film mit Götz George daraus entstand, der alleine davon lebt, das sich Haarmann mit dem Psychiater Ernst Schultze (Jürgen Hentsch) unterhält. Ein Kammerspiel der richtig guten Sorte, das wahnsinnig dicht, beklemmend und gruselig daherkommt. Großes Kino um einen Hannoveraner.

Platz 3: Yella (2007)

Hochwertiges Kino aus Deutschland. Die in Wittenberg lebende ostdeutsche Yella, gespielt von Nina Hoss, hat keine Lust mehr auf die brandenburgische Einöde und glaubt in Hannover ihren Sehnsuchtsort gefunden zu haben. Bei der Fahrt zum Bahnhof kommt das Auto mit Yella und ihrem Mann von der Straße ab und stürzt in die Elbe. Der Weg rüber nach Niedersachsen lässt sich gerne als Rettungs- oder Übergangsmetapher verstehen. Gemeinsam mit „Die innere Sicherheit“ und „Gespenster“ bildet der Film die Gespenster-Trilogie von einem der besten deutschen Regisseure unserer Zeit: Christian Petzold. Drama, Horror, Surrealismus – und das alles mit und in Hannover.

Platz 4: Los Veganeros (2015)

Die 94-jährige Umweltaktivistin Alma kämpft. Sie wehrt sich gegen übertriebenen Fleischkonsum, Massentierhaltung und andere Dinge, die ihr als Ungerechtigkeit gegenüber der Umwelt vor die Nase kommen. In der Nähe von Hannover soll eine Schweinemastanlage entstehen. Das weckt auch die Kindergärtnerin Vicky auf, und die beiden tun sich zusammen. Veganismus ist in (fast) aller Munde, und obwohl das Thema ernst ist, verliert sich der Film nicht in kämpferischen Dogma-Figuren, die stereotyp daherreden. Lustig, aufregend und eben auch politisch ist Los Veganeros, von dem gerade ein zweiter Teil an den Start gegangen ist.

Platz 5: Familie verpflichtet (2015)

Aus der Reihe „Nordlichter“ des NDR kommt ein besonderer Hannover-Film. Interkulturell und interreligiös ist der Film, der sich um einen Juden und einen Araber dreht, die heiraten wollen. Dass das nicht mit jedem Mitglied ihrer beiden Familien vereinbar ist, lässt sich erahnen. Versteckspiel, Komödie, Gesellschaftskritik. Regisseur Hanno Olderdissen hat sein Debüt an gegenwärtige Debatten angelehnt und steigt voll ein. Gedreht wurde in Kleefeld, der List, der Nord- und der Südstadt. Mehr Hannover geht im jüngsten Film unserer Liste nicht. Die Reihe „Nordlichter“ fördert Debüts von jungen Regisseuren aus Norddeutschland.

Von Jan Heemann


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