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"Bunte"-Chefin Patricia Riekel© dpa

Boulevard

"Bunte"-Chefin Riekel: Politiker-Privatleben nicht privat

Die Chefredakteurin der Zeitschrift „Bunte“, Patricia Riekel, hat die Berichterstattung über das Privatleben von Politikern verteidigt.

„Zu unserer journalistischen Aufgabe gehört, durch Berichte über Politiker zur Meinungsbildung beizutragen, dazu gehört auch die Aufdeckung von Diskrepanzen zwischen dem gewünschten Image eines Politikers und seinem tatsächlichen Verhalten“, schrieb sie am Dienstag in einem offenen Brief an die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast. Die Politikerin hatte im Zusammenhang mit Spitzelvorwürfen gegen die „Bunte“ und die von der Zeitschrift beauftragten Berliner Recherchefirma CMK eine Entschuldigung von Verleger Hubert Burda gefordert.

„Sie müssen öffentlich klarstellen, dass weder das Vorgehen der beauftragten Agentur noch die in diesem Zusammenhang erklärte Auffassung der „Bunte“-Redaktion und ihrer Chefredakteurin vom Umgang mit dem Privatleben von Politikern dem publizistischen und verlegerischen Selbstverständnis Ihres Hauses entsprechen“, schrieb sie der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge in einem Brief an Burda.

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Hubert Burda Media als Herausgeberin der „Bunten“ die Vorwürfe der Bespitzelung von Spitzenpolitikern mit unlauteren Mitteln zurückgewiesen und juristische Schritte gegen die Zeitschrift „Stern“ angekündigt, die diese erhoben hatte.

„Bunte“-Chefin Riekel setzt in ihrem Schreiben nun nach - und beruft sich dabei auf einschlägige Gerichtsurteile zugunsten der Presse. „Selbstverständlich bleibt die Intimsphäre absolut geschützt. Dies erfasst aber nur den innersten Bereich. Beziehungen, Partnerschaften, Trennung und Scheidung mögen privat sein, aber zur Intimsphäre gehören sie nach der völlig einhelligen Auffassung der Juristen nicht“, schreibt Riekel.

Künast hatte argumentiert, Recherchen zu den Beziehungen von Oskar Lafontaine und Franz Müntefering beispielsweise, wie sie laut „Stern“ die Agentur CMK gemacht hatte, verstießen gegen den Grundsatz „Privat ist, was beruflich keine Relevanz besitzt“. Riekel antwortete darauf:
„Politiker werden durch die Medien kontrolliert. Das umfasst auch die Privatsphäre der Politiker, wie es vom Bundesverfassungsgericht klar definiert wird. So ist das in der Demokratie.“ dpa


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