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Ein autonomes Testfahrzeug von Bosch unterwegs auf der Autobahn.

Ein autonomes Testfahrzeug von Bosch unterwegs auf der Autobahn. © Daniel Naupold

Computer

Bosch startet eigenen Cloud-Dienst für Internet der Dinge

Der Elektrokonzern und Autozulieferer Bosch wagt sich auf ein neues Feld, in dem amerikanische Wettbewerber dominieren: Cloud-Dienste für das Internet der Dinge. Man wolle die Kontrolle über die Daten nicht anderen überlassen, lautet eine Begründung.

Berlin. Bosch tritt im Zukunftsgeschäft mit der Vernetzung des Alltags mit einem eigenen Cloud-Dienst gegen die Konkurrenz an.

Der Service sei "das letzte Puzzleteil in unserer Softwarekompetenz", erklärte Konzernchef Volkmar Denner am Mittwoch in Berlin. Damit werde Bosch zu einem Komplett-Anbieter für Vernetzung und das sogenannte Internet der Dinge.

Bosch startet zunächst in Deutschland mit einem eigenen Rechenzentrum in der Nähe von Stuttgart. Es gebe einen klaren Plan für einen weltweiten Ausbau, betonte Denner ohne nähere Details. Auch zu den Investitionen in Rechenzentren macht Bosch keine Angaben.

"Die Vernetzung der Welt ist ein ganz zentraler Kern der Bosch-Strategie", sagte Denner. Bei Cloud-Services werden Daten, Software und Dienste direkt aus dem Netz bereitgestellt. Der Elektrokonzern und Autozulieferer Bosch ist traditionell stark bei diversen Sensoren, die zum Beispiel Temperatur, Bewegung oder Druck registrieren. Der eigene Cloud-Service bringt den Konzern nun aber auch stärker in Wettbewerb zu Dienste-Anbietern wie IBM, Cisco, SAP oder Amazon.

Der Konzern sehe sich nicht im Nachteil zu solchen Wettbewerbern, die schon seit Jahren im Cloud-Geschäft unterwegs sind, betonte der Chef der Tochterfirma Bosch Software Innovations, Rainer Kallenbach. Bosch nutze zu großen Teilen die gleichen Technologien.

Die Bosch-Cloud für das Internet der Dinge soll aus technischer Infrastruktur und einer Software-plattform bestehen. Konkret sollen als Anfänge in einem Pilotprojekt in Stuttgart Parkplätze vernetzt werden. Damit würden dann auf einer Karte minutengenau freie Plätze angezeigt, erklärte Bosch.

Lkw-Fahrer sollen sich über die Cloud Stellplätze auf Raststätten reservieren können. In einem weiteren Projekt sollen Sensoren auf Spargel-Feldern die Temperatur melden, damit Bauern die günstigsten Bedingungen gewährleisten können.

Ein zentraler Ansatzpunkt für Bosch ist der Datenschutz, der nach strengen deutschen Vorgaben gehandhabt werden soll. Ein Smartphone erfasse heute auch Daten, aber man könne es ausmachen, sagte Denner. Bei vernetzter Technik würden Daten dagegen immer gesammelt: "Im Internet der Dinge kann man nichts abschalten." Deshalb werde der Datenschutz eine noch viel größere Bedeutung bekommen.

"Wir wollen die Kontrolle über die Sicherheit der Daten nicht aus der Hand geben", betonte Kallenbach. Bosch wolle zudem das entstehende Geschäft mit dem Internet der Dinge maßgeblich mitgestalten und dafür sei es nötig, auch selbst bei Cloud-Diensten aktiv zu sein. Unternehmen aus dem Silicon Valley machten gerade "aggressiv" vor, wie alte Geschäftsmodelle durch neue Dienste umgekrempelt würden. Experten rechnen für die nächsten Jahre mit vielen Milliarden vernetzten Geräten. Auf dieser Grundlage entstehen jetzt schon neue Geschäftsmodelle.

dpa


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