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Apple-Konzernchef Tim Cook spricht über die neue Fernseh-Box Apple TV.

Apple-Konzernchef Tim Cook spricht über die neue Fernseh-Box Apple TV. © Monica Davey

Telekommunikation

Apple startet TV-Offensive

Von Apple waren am Mittwoch vor allem neue iPhones erwartet worden. Doch die Präsentation in San Francisco machte auch deutlich, dass der Konzern sich nach Handy-Markt und Musik-Branche ernsthaft das TV-Geschäft vornimmt.

San Francisco. Apple will die Zukunft des Fernsehens mitbestimmen. Der iPhone-Konzern kündigte am Mittwoch einen App Store für seine Fernseh-Box Apple TV an.

"Unsere Vision für das Fernsehen ist einfach und vielleicht etwas provokant. Wir glauben, die Zukunft des TV liegt in Apps", sagte Konzernchef Tim Cook. Wie erwartet zeigte Apple auch aufgefrischte iPhone-Modelle mit weiterentwickelter Bedienung. Ihre Displays erkennen erstmals auch die Stärke des Drucks und erlauben so neue Funktionen. Außerdem gab es ein größeres iPad Pro, das den schwächelnden Absatz der Apple-Tablets ankurbeln soll.

Die potenziell größte Tragweite hatten jedoch die Ankündigungen zu den Fernsehplänen mit der offenen App-Plattform. Die Transformation des TV-Geschäfts durch Apps finde bereits statt, betonte Cook in San Francisco. Als ein Beispiel nannte er Streaming-Dienste wie Netflix. Die neue Apple-TV-Box lässt sich auch mit Sprachbefehlen steuern und kann Inhalte über verschiedene Angebote hinweg suchen. Über sie will Apple Spiele und Online-Shopping auf die Fernseher bringen.

Apple ist bei weitem nicht das erste Unternehmen, das Fernsehen und Internet verknüpfen will. Der Großteil der Fernsehgeräte wird heute als "Smart-TV" mit Internet-Zugang verkauft. Ihre Bedienung im Online-Bereich wurde jedoch häufig als zu unbequem und die Chips als zu langsam kritisiert. Zugleich sind unter anderem Amazon und Google mit eigenen TV-Boxen auf dem Markt, die ebenfalls Apps wie Spiele auf den Fernseher bringen. Das neue Apple TV ist mit einem Preis ab 149 Dollar in den USA teurer als Konkurrenzgeräte. Preise für Deutschland sollen erst zum Marktstart Ende Oktober folgen.

Mit dem "3D Touch" erweitert Apple erstmals seit dem Start des ersten iPhone 2007 die Art, wie ein berührungsempfindliches Smartphone-Display bedient wird. Durch die Stärke des Drucks kann man zum Beispiel zusätzliche Informationen oder Menüs aufrufen. Die Funktion können App-Entwickler in ihre Anwendungen integrieren, unter anderem in Spielen bietet das neue Möglichkeiten.

Äußerlich sehen das neue iPhone 6S und das größere 6S plus genauso aus wie die aktuellen 6er-Modelle. Die Technik wurde jedoch stark erneuert. Die Chips sind schneller, die Kamera hat jetzt 12 Megapixel und kann auch Video in besonders hoher Ultra-HD-Qualität aufnehmen. Die Preise für das iPhone 6S fangen in Deutschland auf dem bisherigen Niveau bei 739 Euro an.

Die Planke für die neuen iPhone-Modelle hängt hoch: Vor einem Jahr sorgten die beiden 6er-Geräte mit erstmals deutlich größeren Bildschirmen im Weihnachtsgeschäft für einen Absatzsprung von 46 Prozent auf rund 74,5 Millionen Geräte. Die Börsianer ließen sich von den Neuheiten nicht beeindrucken: Die Apple-Aktie gab am Mittwoch um knapp zwei Prozent nach.

Das neue iPad Pro hat einen deutlich größeren Bildschirm mit einer Diagonale von 12,9 Zoll (knapp 32,8 cm). Dazu gibt es eine klappbare Tastatur und einen Eingabestift. Apple demonstrierte, wie Büro-Arbeiter, Bildbearbeitungs-Spezialisten oder Ärzte es einsetzen können. Das entspricht der Erwartung, dass das größere iPad mit professionellen Nutzern im Blick entworfen wurde.

Mit dem 2010 eingeführten iPad hatte Apple die totgeglaubte Gerätekategorie der Tablet-Computer zu neuem Leben erweckt. Zuletzt schwächten sich die Verkäufe jedoch ab, unter anderem weil Nutzern häufig ein großes Smartphone ausreicht. Das iPad sei "der klarste Ausdruck unserer Vision für die Zukunft des Computers", sagte Cook.

Außerdem stellte Apple bei dem mehr als zwei Stunden langen Event neue Software für seine Computer-Uhr vor. In die Apple Watch wird künftig auch Facebooks Kurzmitteilungsdienst Messenger integriert - das heißt, die Nachrichten können direkt von dem Gerät beantwortet werden. Bisher ging das mit Apples hauseigenem SMS-Ersatz iMessage. Außerdem setzte Apple einen Schwerpunkt auf Gesundheitsfunktionen und demonstrierte, wie über die App der Firma AirStrip Daten von medizinischen Geräten auf die Uhr kommen.

dpa


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