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Medien Trump traf Verleger der „New York Times“ im Weißen Haus
Nachrichten Medien Trump traf Verleger der „New York Times“ im Weißen Haus
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22:31 29.07.2018
Arthur Gregg Sulzberger, Verleger der „New York Times“. Quelle: AP
New York

US-Präsident Donald Trump hat mit dem Verleger der regierungskritischen „New York Times“ die Berichterstattung der Medien über das Weiße Haus erörtert. Trump berichtete auf Twitter von einem „sehr guten und interessanten Treffen“ mit Arthur Gregg Sulzberger. Das Treffen fand am 20. Juli im Weißen Haus statt, teilten beide Seiten am Sonntag mit. Trump twitterte: „Verbrachten viel Zeit damit, über die riesigen Mengen Fake News zu sprechen, die von den Medien verbreitet werden & wie diese Fake News sich zur Redewendung "Feind des Volks" gewandelt haben. Traurig!“

Sulzberger erklärte, er habe Trump direkt gesagt, dass dessen gegen die Presse gerichtete Rhetorik „nicht nur spalterisch, sondern zunehmend gefährlich“ sei. Zudem habe er Trump erklärt, dass er über dessen Einstufung von Journalisten als „Feind des Volkes“ besorgt sei. Derart „aufrührerische Sprache“ trage zu einer Zunahme von Drohungen gegen Journalisten bei „und wird zu Gewalt führen“. Sulzberger sagte weiter, er habe sich erst zu einer öffentlichen Stellungnahme entschlossen, nachdem Trump das inoffizielle Treffen am Sonntag auf Twitter publik machte, wo seinem Account mehr als 53 Millionen Menschen folgen. Trumps Berater hätten darum gebeten gehabt, das Treffen vertraulich zu behandeln. Sein Hauptmotiv, dem Treffen zuzustimmen, sei gewesen, dem Präsidenten seine Bedenken wegen dessen „höchst beunruhigender Anti-Presse-Rhetorik“ vorzutragen. An dem Treffen nahm auch der für die Seite mit dem Leitartikel zuständige „Times“-Redakteur James Bennet teil.

Trumps Presseattacken „gefährlich und schädlich für unser Land“

„Er habe Trump bei dem Treffen nicht gebeten, seine Angriffe auf die „Times“ zu mäßigen, sagte Sulzberger. Vielmehr habe er inständig an ihn appelliert, seine allgemeinen Angriffe auf den Journalismus zu überdenken. Diese seien „gefährlich und schädlich für unser Land“. Die Sprache des Präsidenten werde von autoritären Regimen eingesetzt, um Angriffe auf Journalisten zu rechtfertigen. „Ich habe gewarnt, dass das Leben aufs Spiel setzt, dass es die demokratischen Ideale unserer Nation untergräbt, und dass es eines der großartigsten Exporte unseres Landes erodiert: ein Engagement für Meinungsfreiheit und eine freie Presse“, sagte Sulzberger.

Trump empört sich regelmäßig über negative Berichterstattung in den Medien über ihn und seine Regierung. Er hat die Nachrichtenmedien als „Feind des Volkes“ bezeichnet und beschuldigt sie, „Fake News“ zu verbreiten, also gefälschte Nachrichten. Kurz nach seinem Tweet zum Treffen mit Sulzberger lederte der Präsident in einem vierteiligen Tweet erneut gegen die Times und andere Medien. Er beschuldigte sie, das Leben von vielen Menschen durch Berichte über interne Regierungsprozesse zu gefährden, nannte das verantwortungslos und unpatriotisch und beschwerte sich weiterhin, 90 Prozent der Berichterstattung über ihn seien negativ. „Ich werde es nicht zulassen, dass unser großartiges Land von den Trump-Hassern in der sterbenden Medienindustrie verraten wird.“

Sulzberger hatte den Verlegerposten am 1. Januar von seinem Vater übernommen. Trump twitterte danach, der Führungswechsel gebe dem Blatt eine „letzte Chance“, die Vision von Unparteilichkeit seines Gründers zu erfüllen. Die „New York Times“ berichtet häufig kritisch über Trump. Im Mai verkündete die „New York Times“ für das erste Quartal des Jahres einen Umsatz von rund 414 Millionen Dollar, eine Steigerung um 3,8 Prozent gegenüber demselben Vorjahresquartal.

Von RND/AP/dk