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Medien "Stern" gegen "Bunte": Politiker-Privatleben ausspioniert?
Nachrichten Medien "Stern" gegen "Bunte": Politiker-Privatleben ausspioniert?
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18:56 24.02.2010
Wurde angeblich von Journalisten überwacht: Ex-SPD-Chef Franz Müntefering Quelle: Dröse

Die Hubert Burda Media - „Bunte“-Herausgeber - widersprach der Darstellung und leitete nach Verlagsangaben juristische Schritte ein. Diesem sehe er mit „Gelassenheit“ entgegen, sagte „Stern“- Chefredakteur Thomas Osterkorn.

Dem „Stern“ zufolge hat eine Berliner Foto- und Recherchefirma namens CMK seit Ende 2008 über Monate hinweg immer wieder den SPD- Politiker Franz Müntefering und dessen heutige Frau Michelle Schumann „beschattet“. Anfang 2008 sei Oskar Lafontaine (Linke) ausgespäht worden. Auch der heutige CSU-Parteichef Horst Seehofer sei von der Agentur ausgeforscht worden. Die Aufträge zu den „fragwürdigen Recherchen“ seien von der Illustrierten „Bunte“ gekommen.

Die „Bunte“ wollte den Vorwurf nicht auf sich sitzen lassen. Hubert Burda Media sprach von einem „Versuch der Verleumdung eines erfolgreichen Mitbewerbers“. Die Zeitschrift habe in allen drei Fällen die Agentur um „eine journalistische Fotorecherche“ gebeten. Die Auftragsvergabe an externe Dienstleister sei eine übliche Praxis. Im Fall Lafontaine sei der Rechercheauftrag zurückgezogen worden. Bei der Geschichte Seehofer habe sich die Geliebte zum Interview entschlossen. Müntefering wiederum habe beschlossen, seine Beziehung zu seiner jetzigen Frau öffentlich zu machen.

Die Firma CMK gab zunächst keine Stellungnahme ab. Auf ihrer Homepage bietet CMK ihren „Investigating Reporting Service“ an. Die Seite, auf der das Angebot erklärt wird, stand wegen eines „Serverfehlers“ am Mittwochnachmittag jedoch nicht zur Verfügung. In der Selbstdarstellung des „Investigating Reporting Service“ heißt es, dass es immer häufiger nach der Veröffentlichung von Storys und Fotos zu juristischen Auseinandersetzungen mit prominenten Personen komme. Dies führe zu steigenden Kosten für Anwälte und Gerichte. „Wir können Sie bei der Entstehung einer brisanten Geschichte unterstützen, um eine juristische Auseinandersetzung im günstigsten Fall zu verhindern.“

Der „Stern“ berichtete, „Bunte“-Chefredakteurin Patricia Riekel habe eingeräumt, CMK mit entsprechenden Recherchen zum Privatleben der Politiker beauftragt zu haben. “„Bunte“ hat im Frühjahr 2008 der Berliner Foto- und Presseagentur CMK den Auftrag erteilt, eine angebliche Beziehung zwischen Oskar Lafontaine und Sahra Wagenknecht zu recherchieren“, wurde Riekel zitiert. “Über unlautere Methoden ist „Bunte“ nichts bekannt.“

„Stern“-Chefredakteur Osterkorn ergänzte, die Recherchen seines Magazins hätten sich zunächst nicht auf die „Bunte“ bezogen, sondern auf die Frage, wer Lafontaine ausspioniert haben könnte. Dabei sei man auf die „Bunte“ als Auftraggeber von CMK gestoßen. Der „Stern“ habe journalistisch sauber gearbeitet. dpa

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