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Medien Re:publica 2013: Twittern und Bier trinken
Nachrichten Medien Re:publica 2013: Twittern und Bier trinken
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00:16 06.05.2013
Die re:publica ist eines der wichtigsten Internettreffen in Deutschland. Quelle: dpa

Markus Beckedahl, wird die re:publica 2013 weiter wachsen?
 Ja. Allein das Vortragsprogramm ist viel aufwendiger. Mehr als 450 Vortragende bei mehr als 250 Diskussionen und Workshops. Wir erwarten dieses Jahr mehr als 5000 Besucher, 2012 waren es noch 4500. Das Ende des Wachstums ist noch nicht erreicht. Uns stellt das immer wieder vor neue Herausforderungen.

Wer kommt eigentlich zu Ihnen?
Sehr viele Besucher sind sehr glücklich, all die Menschen; die man des Rest des Jahres nur digital sieht, sei es auf Blogs, auf Twitter, in sozialen Netzwerken, einmal von Angesicht zu Angesicht sehen können. Bei uns können sie drei Tage lang gemeinsam twittern und Bier trinken. Und ein paar Vorträge anschauen. Unser Erfolgsrezept ist, drei Tage lang einen Ort zu schaffen, wo viele Menschen sich in entspannter Atmosphäre treffen können.

Das klingt immer noch nach Klassentreffen. Aber das ist es ja schon längst nicht mehr.
 Auf der ersten re:publica kannten sich noch fast alle. Das ist längst nicht mehr so. Auch das, was man „Blogosphäre“ genannt hat, ist inzwischen ausdifferenziert. Die Modeblogger kenne ich nicht, dafür habe ich mehr mit den Politikbloggern zu tun. Ganz viele Gäste sind Journalisten oder Social Media Manager. Auf der re:publica geht es um das spielerische Erleben dieser neuen Welt.

Ihr Motto lautet In/side/out - wer ist drin, wer ist draußen?
 Das ist nicht die Frage, die hinter unserem Motto steht. Für unsere Teilnehmer gibt es gar keine Trennung mehr zwischen der Internetwelt und der Welt außerhalb des Netzes. Das Internet ist immer mit dabei.

2012 waren viele Politiker und Wirtschaftsbosse bei Ihnen. Dieses Jahr spricht Dieter Zetsche von Daimler, einem Ihrer Sponsoren – sonst kommen die Stars eher aus der Bloggerwelt. Was hat sich da geändert?
Wir sind im Bundestagswahlkampf. Daher haben wir uns entschieden, Politikern keine Bühne zu geben, sonst hätten wir alle Parteien berücksichtigen müssen. Uns wurden Kanzlerkandidaten und alles Mögliche angeboten…

… also Peer Steinbrück wollte kommen und darf nicht?
 Ich nenne keine Namen. Minister und Kanzlerkandidaten von Parteien wurden uns angeboten. Aus Fairnessgründen haben wir uns dafür entschieden, diese re:publica wahlkampffrei zu halten.

Um die Piratenpartei geht es auch kaum. Wollen Sie nicht über deren Scheitern reden?
 Das wäre auch wieder Wahlkampf, dazu etwas zu sagen. Wir haben einen Vortrag über den Blog Popcornpiraten, der den Werdegang dieser Partei täglich mehrfach dokumentiert. Das fanden wir eine schöne Geschichte aus Kommunikationssicht.

Große Firmen wie Daimler umarmen die re:publica. Schon in den vergangenen Jahren war zu beobachten, dass Sie anscheinend keine Probleme haben, Partner und Sponsoren zu gewinnen. Haben Sie da Grenzen – oder umarmen Sie den Mainstream?
Wir diskutieren über jeden einzelnen Sponsor und wir haben auch bereits Sponsoren abgelehnt. Wir müssen den Ort, den wir schaffen, natürlich refinanzieren, aber nicht um jeden Preis.

  •  Markus Beckedahl (geb. 1976) ist Mitveranstalter der Konferenz re:publica, die seit 2007 jährlich in Berlin stattfindet. Sie gilt als das wichtigste Treffen der Internetszene. Drei Tage lang geht es um Medien, Technik, Kultur und Politik in der digitalen Welt.

Vom 6. bis 8. Mai treffen sich 5000 Internet-Affine in der station-berlin am Gleisdreieck. Informationen und Programm unter www.re-publica.de Unterstützt wird die Konferenz vom medienboard Berlin-Brandenburg und der Bundeszentrale für politische Bildung, aber auch von Daimler und der comdirect Bank. Daimler-Chef Dieter Zetsche tritt neben Stars der Blogger-Szene wie Yoani Sanchez aus Kuba und Birgitta Jonsdottir aus Island auf.

Jan Sternberg

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