Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien Mobilfunker werben mit sogenannten Ethno-Marken um Migranten
Nachrichten Medien Mobilfunker werben mit sogenannten Ethno-Marken um Migranten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:56 17.05.2016
Deutschlands Mobilfunker setzen im Kampf gegen sinkende Erlöse zunehmend auch auf Migranten als Kunden. Quelle: Daniel Bockwoldt/Illustration
Anzeige
Frankfurt/Main

Deutschlands Mobilfunker setzen im Kampf gegen sinkende Erlöse zunehmend auch auf Migranten als Kunden. Die im Branchenjargon Ethno-Marken genannten Anbieter wie Ay Yildiz, Turkcell oder Ortel werben mit speziellen Tarifen jeweils um eine bestimmte Zielgruppe.

Nach Angaben eines Sprechers von Telefonica Deutschland ist das ein durchaus lukratives Geschäft: Zwar sei das Budget der Kunden oft begrenzt, mobile Kommunikation habe bei vielen Menschen mit Migrationshintergrund aber einen hohen Stellenwert. Daher gäben sie im Schnitt verhältnismäßig viel Geld dafür aus.

Der Markt ist groß und wächst. Genaue Kunden- und Umsatzzahlen der sogenannten Ethno-Tarife veröffentlichen die Anbieter nicht. Das Statistische Bundesamt gibt bereits für 2014 - also vor dem großen Flüchtlingszustrom - die Zahl der Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland mit rund 16,4 Millionen an. Telefonica Deutschland, nach Kunden der größte Mobilfunker im Land, schätzt, dass rund ein Drittel davon Sim-Karten der Ethno-Marken nutzt.

Vor allem Prepaid-Angebote, also im Voraus bezahlte Sim-Karten, sind beliebt. Bei dem dort üblichen monatlichen Umsatz je Kunde zwischen 5 und 6 Euro schätzen Branchenkenner den Markt auf bis zu einer halben Milliarde Euro. Angesichts der gut 18 Milliarden Euro Umsatz der Netzbetreiber mit Mobilfunkdiensten im vergangenen Jahr kein übergroßer Batzen - aber doch zu groß, um ihn links liegen zu lassen, zumal die Nutzung wächst: 2014 gingen laut Bundesnetzagentur 3,7 Milliarden Sprachminuten aus deutschen Mobilfunknetzen ins Ausland - ein Plus von zwei Dritteln gegenüber 2010.

Telefonica Deutschland (O2) hat gleich mehrere der speziellen Marken im Programm und bedient durch die milliardenschwere Übernahme von E-Plus manche Zielgruppe sogar mehrfach. So zählen die auf die türkische Community ausgerichteten Ay Yildiz und Türk Telekom dazu, aber auch die auf Osteuropa spezialisierte Ortel. Die Deutsche Telekom hat den Anbieter Turkcell Europe im Programm. Marktführer bei türkischstämmigen Mobiltelefonierern ist Ay Yildiz mit von Branchenkennern geschätzten mehr als einer Million Kunden. Vodafone hat keine eigenen Ethno-Marken, kooperiert aber mit Serviceprovidern, unter anderem mit dem britischen Unternehmen Lycamobile.

Das Geschäft mit den im vergangenen Jahr nach Deutschland gekommenen Flüchtlingen spielt im Gegensatz dazu derzeit noch keine Rolle. Flüchtlinge sind zwar in besonderer Weise auf das Mobiltelefon angewiesen, brauchen aber zunächst keine Laufzeit-Verträge. O2-Chef Thorsten Dirks sagte mit Blick auf die Geschäftszahlen des vergangenen Jahres, dass der starke Flüchtlingszuzug sich bisher nicht in der Bilanz niederschlägt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Vorwurf, Facebook-Mitarbeiter hätten in den USA Nachrichten mit konservativem Einschlag aus den News-Trends gestrichen, lässt das Online-Netzwerk im Präsidentschafts-Wahlkampf nicht los. Facebook wehrt sich mit ungewöhnlicher Transparenz.

13.05.2016

Filesharing von Filmen, PC-Spielen oder Musik kann teuer sein. Wie hoch Abmahngebühren sein dürfen und wer letztlich zahlen muss, darüber gibt es immer wieder Streit. In sechs Fällen hat jetzt der BGH ein Machtwort gesprochen.

12.05.2016

Google will seine Websuche mit einer neuen Software-Tastatur allgegenwärtig für iPhone-Nutzer machen. Das "Gboard", das ein Nutzer anstelle der Original-Tastatur des Apple-Smartphones installieren kann, enthält einen Button, der eine Google-Suche auslöst.

Dabei sei egal, in welcher App man sich gerade befinde, erläuterte Google in einem Blogeintrag.

12.05.2016
Anzeige