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MOBILFUNK: Matthias Kurth, Präsident der Bundesnetzagentur, vor Beginn der Frequenz-Versteigerung vor einer Deutschlandkarte.  © dpa

Auktion

Milliardenpoker um neue Handyfrequenzen hat begonnen

Der Milliardenpoker um neue Mobilfunkfrequenzen hat begonnen. Die Auktion bei der Bundesnetzagentur in Mainz startete mit Offerten teils deutlich über dem notwendigen Mindestgebot. Unklar ist noch, wie viel Geld der Staat mit der Versteigerung der Frequenzen verdienen  wird, auf denen die Mobilfunktechnik der vierten Generation (4G) schnelles Internet auch auf dem Land bieten soll.

MAINZ. An der Versteigerung nehmen die vier in Deutschland tätigen Mobilfunker T-Mobile, Vodafone, O2 und E-Plus teil. In den ersten beiden Runden boten die Unternehmen insgesamt über 114,9 Millionen  Euro für den freien Platz im Äther, wie die Bundesnetzagentur  mitteilte. Für den Nachmittag war noch eine weitere Runde geplant, wie ein Behördensprecher sagte.

Die Gebote auf einzelne Frequenzen lagen teils deutlich über den  notwendigen Mindestgeboten. Besonders begehrt waren dabei die Frequenzen der sogenannten digitalen Dividende, die durch die  Umstellung des Antennenfernsehens auf digitale Technik freigeworden ist. Diese Wellenlänge eignet sich besonders gut, um weiße Flecken  auf dem Land mit schnellem Internet zu versorgen.

Das zu versteigernde Frequenzspektrum ist sehr viel größer als bei  der spektakulären UMTS-Versteigerung im Jahr 2000. Trotzdem gilt  als sicher, dass die Einnahmen nicht den damaligen Wert erreichen  wird, als die Mobilfunker rund 50 Milliarden Euro an die  Bundesregierung überwiesen. Beobachter rechnen mit einem  einstelligen Milliardenbetrag. Auch die Dauer der Auktion ist noch  unklar. Die Auktion könne mehrere Wochen dauern, sagte der  Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, im  Deutschlandradio. Auch im Jahr 2000 hatte die Versteigerung mehrere  Wochen gedauert.

Die neue 4G-Technologie soll deutlich schnelleres Internet  ermöglichen als die bisherige Handytechnik, aber auch als DSL- und  Kabelanschlüsse. Die Bieter mussten sich verpflichten, mit den  ersteigerten Frequenzen der digitalen Dividende zuerst ländliche  Gebiete zu versorgen, die bislang noch nicht ans schnelle Internet  angeschlossen sind, da das Verlegen von Kabeln in die Regionen sich  wirtschaftlich nicht lohnte.

Der parlamentarische Staatssekretär im  Bundeslandwirtschaftsministerium, Gerd Müller (CSU), erklärte, er  rechne nun damit, „dass nach der Versteigerung umgehend mit dem  Ausbau begonnen wird, da wohl jeder Wettbewerber der erste am Markt  sein will“. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hendrik  Hering (SPD) erwartete „einen weiteren Schub“ für den  Breitbandausbau auf dem Land.

Kritik übten Verbraucherschützer: Der Experte des  Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Michael Bobrowski,  monierte im Deutschlandfunk, mögliche Störungen durch die neue  Technik etwa bei Antennen- oder Kabelfernsehbildern seien nicht  ausreichend erforscht worden. Ungeklärt sei bislang auch, wer die  Kosten für die Beseitigung solcher Störungen tragen müsse - ob dies  Mobilfunkanbieter, Mobilfunknutzer oder die betroffenen Verbraucher  selbst seien. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hatte  bereits am Wochenende kritisiert, in Folge eines massiven Ausbaus  von Mobilfunktechnik sei mit einer höheren Elektrosmog-Belastung  und möglichen gesundheitlichen Schäden zu rechnen. afp


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