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Medien Lobo in Hannover: "Datenkontrolle ist eine Illusion"
Nachrichten Medien Lobo in Hannover: "Datenkontrolle ist eine Illusion"
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10:21 03.10.2010
Kennt die Gefahren im Netz: Internetguru Sascha Lobo zu Gast in Herrenhausen. Quelle: Benjamin Behrens
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Von Fabian Mast

Hannover. Kein Mensch würde peinliche Geschichten von sich in die Welt tragen. Sondern allenfalls seinen Freunden beichten. Sascha Lobo hat mehr als 50.000 Freunde in den sozialen Netzwerken Twitter und Facebook – wenn er dort einen Schwank aus der Jugend erzählen würde, könnte der Internetguru auch gleich eine Annonce in der Zeitung schalten.

„Ich halte die Kontrolle über elektrische Daten für eine Illusion“, sagte Lobo folgerichtig Donnerstagabend bei den Herrenhäuser Gesprächen in der Schlossküche. Einleuchtend zumindest für jene, die ihren Alltag auf Facebook spiegeln oder ihre Bücher – wie Lobo – über eine Internet-Textverarbeitung von Google verfassen.

Angeblich ist das der Trend: Daten werden nicht mehr heimischen Festplatten, sondern Online-Dienstleistern anvertraut, die die Dateien auf gigantischen Servern meist in Übersee abspeichern. „Cloud Computing“ nennen Fachleute das – die Volkswagenstiftung und NDR Kultur haben das Thema der Podiumsdiskussion dann auch „Cloud Culture – Liegt die Zukunft der Kommunikation in den Wolken?“ genannt.

Lobo zur Seite stand Journalistin und Co-Autorin Kathrin Passig, die erstaunlich aufgeräumt Datenschutz-Diskussionen bei Google & Co. kommentierte: „Wären meine Mails und Texte bei Google verschlüsselt, würde Google damit keine Werbung mehr verkaufen können. Die Dienste wären für mich dann wohl kaum mehr kostenlos – das ist für mich keine Alternative.“

Sorglosigkeit 2.0? Schon Facebook-Chef Mark Zuckerberg erklärte jüngst den Datenschutz als Relikt aus einer analogen Zeit. Mitdiskutant und Medienexperte Matthew Smith von der Leibniz-Uni Hannover mahnte dennoch: „Der Dienstleister kann jederzeit in die Daten gucken. Vor allem, wenn die Server in Ländern stehen, in denen die Datenschutzrichtlinien nicht so streng sind wie bei uns.“ Und das tun die Server meistens.

Wir müssen aufholen, so Smith weiter, der amerikanischen IT-Industrie ein Stück vom Kuchen abnehmen. Wenn man in Europa in die Server-Infrastruktur investiere, komme man auch in den Genuss der hiesigen – strengeren - Rechtslage.

Bis dahin helfe ein Apparat für Datenschutz, den es seit Anbeginn der Zeit gibt: Misstrauen. Lobo: „Mein Kopf ist mein wichtigstes Sicherheitssystem.“

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