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Medien Kicken statt klicken: Microsofts Bewegungssteuerung "Kinect" im Check
Nachrichten Medien Kicken statt klicken: Microsofts Bewegungssteuerung "Kinect" im Check
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14:32 19.08.2010
Die Bewegungssteuerun "Kinect" kommt am 10. November in den Handel.

VON STEFAN GOHLISCH

Was machen die Weasley-Zwillinge, wenn sie gerade keinen Harry-Potter-Film drehen? Sie fuchteln mit den Armen, tun so, als ob sie Zauberstäbe in den Händen hielten, und machen freche Miene zum schlechten Spiel. Die Schauspieler Jame und Oliver Phelps sind Stargäste bei der großen Electronic-Arts-Pressekonferenz im Vorfeld der Kölner Gamescom im eigens angemieteten Palladium. Sie sollen – anhand von „Harry Potter and the Deathly Hollows I“ – zeigen, was an dem neuen Kinect-System von Microsoft so toll sein soll. Das war auch schon Thema gewesen beim „Play Day“ des US-amerikanischen Software-Riesen.

„Kinect“ – das soll die Neuerfindung der Steuerung von Computerspielen sein. Denn bislang hat sich der Mensch immer Prothesen geschaffen, um sich im virtuellen Raum zu bewegen, von der Tastatur über Joystick, Trackball, Maus und Controller bis zur „Wiimote“-Fernbedienung und „Nunchuk“, der so unglaublich prominenten Wii-Konsole des Konkurrenten Nintendo.

Wie funktioniert nun die neue Steuerung? Kinect erfasst über ein ausgeklügeltes Kamera- und Infrarot-System die Position von maximal zwei Spielern im Raum. Eine Technik-Demo zeigt, wie der Mensch wahrgenommen, in Computersphären verrechnet und zum Motor der Menüsteuerung wird. Beispiel: Beim Video-on-Demand-Service „Zune“ winkt man kurz, um ins Menü zu kommen, wählt durch Gesten einen Film aus und spult diesen durch Wedeln mit dem Arm vor und zurück. Das ist Science-Fic­tion in Jetztzeit. Doch im Moment muss sich Kinect noch daran messen lassen, was es in Sachen Spielspaß leistet.

Kinect erscheint im November und kostet 149,95 Euro. Zum Start kommen Spiele wie „Dance Central“, eine Tanzsimulation mit Charts-Hits unter anderem von Lady Gaga, das Fitness-Programm „Your Shape“ und die Welpen-Simulation „Kinectanimals“ – grafisch überzeugend, spielerisch nicht. Denn letztlich muss hier vor dem Monitor herumgetanzt werden, wie Videospieler das von viel zu vielen Wii-Spielen kennen.

Messebesucher sammeln sich dieser Tage um einen neuen Titel von Segas Maskottchen, dem Igel Sonic, der Aktionen wie Gewichtsverlagerung, Greifen und Schwingen vom Spieler verlangt.

Tolle Technik, öde Spiele? Hartmut Gieselmann, Spieletester der Zeitschrift „c’t“, winkt ab: „Es gibt zu viele Verzögerungen. Ich würde immer noch die Fernbedienung nehmen.“ Kinect ist hochgradig faszinierend. Die Möglichkeit, in Zukunft Computerprogramme ohne die Last von Interfaces zu bedienen, ist so schlüssig wie zwingend. Doch noch ist es nicht so weit. Fazit: Die richtig guten Programme müssen von Microsoft und Co. erst noch geschrieben werden.

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