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Ali „Toni" Hamady (Kida Khodr Ramadan, l.), sein Bruder Abbas (Veysel Gelin, r.) und Vince (Frederick Lau, M.) machen gemeinsam Geschäfte.

Ali „Toni" Hamady (Kida Khodr Ramadan, l.), sein Bruder Abbas (Veysel Gelin, r.) und Vince (Frederick Lau, M.) machen gemeinsam Geschäfte.
© TNT/ZDF

Deutsche TV-Serie

In den Straßen von Neukölln

Libanesisches Clanleben in Berlin zeigt die deutsche Miniserie „4 Blocks“ – realistisch, mit hohem Tempo und tollen Darstellern wie Kida Khodr Ramadan und Frederick Lau. Auf ZDFneo ist die hoch gelobte Gangstersaga erstmals im Free-TV zu sehen.

Berlin. Läden, Kioske, Bäckereien und Brautmodeläden tragen arabische Schriftzeichen, man trifft sich zum Chai vorm Falafelladen oder braust mit dem tiefgelegten BMW die Sonnenallee entlang: Berlin-Neukölln ist fest in arabischer Hand. Und ja es gibt dort auch kriminelle Banden, libanesische Clans, in deren Lebenswelt die hoch gelobte Miniserie „4 Blocks“ von Regisseur Marvin Kren durchaus realitätsnah eintaucht.

Im Mittelpunkt stehen Clanoberhaupt Ali „Toni“ Hamady (großartig: Kida Khodr Ramadan), sein deutscher, etwas zwielichtiger Freund Vince (Frederick Lau) sowohl die vier Straßenblöcke, in denen die Hamadys ihren kriminellen Geschäften nachgehen. Ramadan verkörpert dabei den Typus des guten Gangsters, der darauf hofft, eines Tages nicht mehr auf Einnahmen aus dem Drogengeschäft angewiesen zu sein. Sein Rollenname „Toni“ zitiert dabei die Figur des Mafiabosses Tony aus der stilprägenden HBO-Serie „Die Sopranos“.

„Die Sopranos“ dienten als Vorbild

„4 Blocks“ steht in der Tradition der Mafia-Serie und anderer Gangsterformate wie „Gomorrha“ oder „Sons of Anarchy“ und bietet dabei temporeiches, spannend erzähltes, gut gemachtes Genrefernsehen wie es in Deutschland bisher nicht zu sehen war. Dabei wird das Clanleben mit seinen brutalen und deprimierenden Seiten gezeigt. Doch die Serie erlaubt sich auch humorvolle Szenen, kleine Spielereien und zeigt neben harten Männern starke Frauencharaktere. Zudem werden auch die Gentrifizierung Neuköllns sowie Frust innerhalb der Berliner Polizei thematisiert. Dass dabei nicht jede Idee brandneu ist, geschenkt. Auch das hölzerne Spiel der Rapper Veysel und Massiv, die von Ramadan und Lau sowie weiteren sehr präsenten Darstellern wie Almira Bagriacik oder Ludwig Trepte in den Schatten gestellt werden, ist höchstens ein kleiner Kritikpunkt.

Abbas Hamady (Veysel Gelin, l) nimmt Issam (Emilio Sakraya, r) in die Mangel

Abbas Hamady (Veysel Gelin, l.) nimmt Issam (Emilio Sakraya, r.) in die Mangel. Er hat erfahren, dass Issam seinen Freund Zeki (Rauand Taleb, 2.v.l.) verraten hat. Quelle: TNT/ZDF

Die sechsteilige, von Quirin Berg und Max Wiedemann produzierte Serie erntete Kritikerlob und Begeisterung in der libanesischen Gemeinde. Der kleine Sender „TNT“ hat bereits eine zweite Staffel angekündigt. Die erste endet furios.

„4 Blocks“ immer dienstags um 23.15 Uhr eine Doppelfolge auf ZDFneo, auf Abruf ist die Serie zudem auch auf Sky Go zu sehen.

Von Christiane Eickmann / RND


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