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14:49 03.12.2009
Von vorne bis hinten scharf – und kontraststark: Die Stuckmeyerstraße in Hannover-Linden wurde vom Fotografen mittels HDR-Technik in Szene gesetzt und entwickelt selbst nach der Umwandlung in Schwarz-Weiß eine besondere Stimmung. Quelle: Arend/Archiv
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Seit der Digitalisierung von Fotos werden die Kameras immer leistungsfähiger. Nikon, Canon und Kodak haben die Produktion alter Analogkameras bereits seit 2006 eingestellt. Waren zunächst handliche Digitalkameras die Nachfolger, werden jetzt neue digitale Spiegelreflexgeräte mit Wechselobjektiven immer populärer – und ermöglichen neue Fotoerlebnisse.

Bei weiter sinkenden Preisen entwickeln digitale Spiegelreflexkameras (SLRs) neue, ungeahnte Möglichkeiten in der Fotografie. So lässt sich bei den neuen Digitalen mittlerweile die ISO-Zahl, also die Stufe der Lichtempfindlichkeit, in neue Höhen verstellen. Damit gelingen auch bei Kerzenlicht oder unter vergleichbaren ungünstigen Lichtbedingungen ansehnliche Aufnahmen. Früher wurden solche Aufnahmen sehr körnig oder zeigten Bildrauschen. Größere verbaute Sensorflächen in modernen Kameras ermöglichen jedoch neuerdings einen weitaus größeren Einstellbereich ohne besonderen Qualitätsverlust.

Das hat Folgen fürs neue Fotografieren: Immer häufiger kann man auf den Blitz verzichten. Und mit speziellen Nachtmodi erstellen die Canons und Nikons besondere Aufnahmen mit Wischereffekten. Der Hintergrund und die Bewegung in einem Bild werden durch längere Belichtungszeiten verwischt aufgenommen, Schärfe kommt letztendlich doch durch einen Blitz ins Bild.

Ähnlich interessante neue Bildsprachen entstehen durch die sogenannte HDR-Fotografie. HDR steht für High Dynamic Range, einen hohen Dynamikumfang. Solch ein Hochkontrastbild zeigt die Helligkeitsunterschiede in einer Aufnahme wesentlich detailgetreuer und weiterreichender; auch grell beleuchtete Bildelemente zeigen noch Details, ebenso finden sich in den dunklen Ecken eines Bildes noch Konturen. Früher waren solche Aufnahmen nur durch Spezialkameras zu bewerkstelligen oder durch Zusammenfügen mehrerer Aufnahmen am Computer. Neuere hochwertige digitale Spiegelreflexkameras ermöglichen die Aufnahme von beispielsweise drei Bildern, die die Kamera sofort zu einem HDR-Bild zusammenrechnet.

Dadurch entstehen Fotos, die von vorne bis hinten scharf sind und besonders gut ausgeleuchtet erscheinen – errechnet von der Kamera, die aus unter- und überbelichteten Bildern eine neue Qualität erstellt. Manche HDR-Bilder erscheinen surreal, unwirklich, andere schaffen neue beeindruckende Sichtweisen, beispielsweise bei der Architektur.

Jüngster Clou bei den Digitalkameras ist ihre Fähigkeit, Videos in HD-Qualität aufzunehmen. Das hochauflösende Videoformat geht über die Qualität des bislang üblichen Fernsehbildes weit hinaus und zeigt mehr Details. Verwackelte Handyvideos bleiben hinter den SLR-Aufnahmen weit zurück. Das Fokussieren will jedoch gelernt sein: In einer laufenden Aufnahme taugt der automatische Scharfstellmechanismus nur selten, wie ich jüngst mit mehreren teils hochwertigen Spiegelreflexkameras von Canon testen konnte. Sinnvoller ist das manuelle Scharfstellen mithilfe des entsprechenden Rings am Objektiv – da wird die Videoaufnahme zur Handarbeit. Andererseits gelingen auch bei dunklen Lichtverhältnissen vorzeigbare Aufnahmen.

Mit einem Trick lernt die Kamera jetzt auch die Fähigkeit, per WLAN (also einem Funknetz) die Aufnahmen an einem Speicherort im heimischen Datenverbund abzuspeichern: Eine besondere Speicherkarte stellt die Verbindung ins Heimnetz her. Äußerlich eine normale Speicherkarte, enthält die „Eye-Fi SD“-Karte die Technik zum drahtlosen Übertragen von Fotos und auch Videos an einen Computer (Preis: ab 65 Euro). Auch Geotagging, also das Markieren und Hinterlegen von Ortsinformationen in Fotos, wird mithilfe der Speicherkarte möglich.

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