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Viele Klicks und dann klappt der Online-Kauf am Ende doch nicht. Schuld ist oft das sogenannte Geoblocking, mit dem EU-Bürger vom Internet-Shopping im Ausland abgehalten werden.

Viele Klicks und dann klappt der Online-Kauf am Ende doch nicht. Schuld ist oft das sogenannte Geoblocking, mit dem EU-Bürger vom Internet-Shopping im Ausland abgehalten werden.
© dpa

Schnäppchen

So will die EU Online-Einkäufe fairer machen

Ausgerechnet im grenzenlosen Internet stößt der Verbraucher beim Online-Shopping ständig an Grenzen. Bis jetzt. Das Europäische Parlament hat am Dienstag jedoch das Geoblocking abgeschafft – zumindest für Waren und Dienstleistungen. Doch die große Freiheit gibt es für den Kunden immer noch nicht. Was gilt denn nun?

Wie wurden die Online-Nutzer bisher ausgebremst?

Der bekannteste Fall, der auch im Parlament oft zitiert wurde, betraf das Disneyland in Paris: Ein französischer Nutzer konnte auf der Original-Seite Tickets zu anderen Preisen kaufen als beispielsweise ein deutscher Besucher. Der wurde mit Hilfe von Geoblocking nämlich auf die deutsche Seite des Parks geleitet. Dort lagen die Kosten höher. Es ist - vermutlich ab Weihnachten 2018 - nicht länger erlaubt, die Käufer auf Grundlage ihres Wohnortes oder ihrer Nationalität unterschiedlich zu behandeln.

Wird das denn bisher so oft praktiziert?

Etwa zwei Drittel aller Online-Händler nutzen das Geoblocking in irgendeiner Form. Mal werden Verbraucher zwangsweise umgeleitet und können so eine Kaffeemaschine nicht zum günstigsten Preis kaufen. Aber es gibt auch andere Formen der diskriminierenden Behandlung von EU-Nachbarn. So akzeptieren Anbieter nicht in jedem Fall die Kreditkarten aller EU-Mitgliedstaaten. Das muss in wenigen Wochen, wenn die Regelung in Kraft tritt, abgestellt werden.

Und da gibt es auch keine Ausnahmen oder Hintertürchen?

Ja und nein. Wenn ein Händler eine bestimmte Leistung nicht anbieten will, dann muss er das sagen. Das betrifft unter anderem die Lieferung einer Ware. Da gibt es auch zukünftig Einschränkungen, weil ein Verkäufer entscheiden kann, dass er nur in bestimmte Länder liefert. Das hat in der Regel mit Paketkosten und Steuerregeln zu tun. Die EU bereitet derzeit eine Harmonisierung der Paketgebühren und Umsatzsteuerregelungen vor, so dass dieses Hindernis bald fallen könnte.

Dann könnte ich also eine Ware zwar kaufen, bekomme sie aber nicht geliefert?

Das ist die gegenwärtige Situation. Allerdings muss ein Anbieter, wenn er ein Produkt anbietet, künftig dem Käufer zumindest die Möglichkeit lassen, die Ware entweder abzuholen oder die Lieferung selbst zu organisieren.

Sind von der Neuregelung alle Online-Angebote betroffen?

Leider nein. Urheberrechtlich geschützte E-Books, Videos, Musik oder Online-Spiele sind vorerst noch ausgenommen. Hier müssen die Rechte-Systeme erst noch angeglichen werden.

Was ist mit Abos für Bezahl-TV wie Sky Go oder Netflix?

Ab 20. März ist Geoblocking bei bezahlten Streamingdiensten verboten. Dann kann der Kunde, der zuhause ein Abonnement für ein TV-Angebot oder einen Filme-Anbieter abgeschlossen hat, die Musik oder die Kino-Produktionen in der ganzen EU ansehen, ohne dass Zusatzgebühren anfallen. Diese gilt allerdings nicht für die Nutzung der Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt einbezogen werden, wenn die Urheberrechtsfragen geklärt sind.

Wie funktioniert Geoblocking eigentlich?

Jeder Rechner erhält bei der Einwahl ins Netz eine IP-Adresse. Das betrifft nicht nur Computer, sondern auch mobile Geräte wie Laptops, Tabletts oder Smartphones. Ein Bestandteil dieser IP-Nummer ist eine Länderkennung, so dass die Software beim Verkäufer leicht feststellen kann, aus welchem Land sich ein Nutzer eingewählt hat. Genauso einfach ist es dann, bestimmte Interessenten vom eigenen Angebot auszusperren.

Von Detlef Drewes/RND


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