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Das Geschäft mit Notebooks und Desktop-Computern schwächelt schon länger, weil vor allem bei Verbrauchern eher Smartphones und Tablets heiß begehrt sind.

Das Geschäft mit Notebooks und Desktop-Computern schwächelt schon länger, weil vor allem bei Verbrauchern eher Smartphones und Tablets heiß begehrt sind. © Robert Schlesinger

Computer

Computermarkt schrumpft stark vor Start von Windows 8

Der Erfolg von Smartphones und Tablets und das Warten auf Windows 8 setzen dem PC-Geschäft enorm zu: Der Verkauf von Computern ist im vergangenen Quartal stark gefallen.

Stamford/Framingham. Die Marktforscher von Gartner errechneten einen Absatzrückgang von 8,3 Prozent im Jahresvergleich, ihre Konkurrenten von IDC ein Minus von 8,6 Prozent. Der langjährige Marktführer Hewlett-Packard und der chinesische Herausforderer Lenovo lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Spitzenplatz. Lenovo dürfte aber auf Dauer zum weltgrößten PC-Hersteller werden.

Käufer hielten sich vor dem Start des neuen Microsoft-Betriebssystems Windows 8 Ende Oktober deutlich zurück, erklärten die beiden Marktforschungsfirmen. Das Geschäft mit Notebooks und Desktop-Computern schwächelt schon länger, weil vor allem bei Verbrauchern eher Smartphones und Tablets heiß begehrt sind. Die Unternehmen zögern zudem angesichts der wirtschaftlichen Turbulenzen mit der Erneuerung ihrer Geräte. Laut Gartner wurden im dritten Quartal noch 87,5 Millionen PCs verkauft, IDC zufolge waren es 87,8 Millionen.

Uneins waren sich die Marktforscher darüber, ob Lenovo bereits im vergangenen Quartal Hewlett-Packard von Thron des weltgrößten PC-Herstellers gestoßen hat. Gartner sieht die Chinesen vorn mit einem Marktanteil von 15,7 zu 15,5 Prozent. IDC zufolge konnte Hewlett-Packard die Führung noch knapp verteidigen mit 15,9 zu 15,7 Prozent. Beide Marktforschungsfirmen stellten bei dem US-Konzern aber einen drastischen Absatzeinbruch von 16,4 Prozent fest.

Lenovo, das vor rund sieben Jahren die PC-Sparte des Computerriesen IBM gekauft hatte, steigerte hingegen die Verkäufe um rund zehn Prozent. Bei Dell sank der Absatz um rund 14 Prozent. Der Marktanteil liegt nur noch bei 10,5 Prozent laut Gartner und 10,8 Prozent nach Berechnungen von IDC. Das sichert dem ehemaligen Branchenprimus aus Texas den dritten Platz vor Acer mit 9,9 bzw. 9,6 Prozent. Auch bei Acer brachen die Verkäufe ein, um rund zehn Prozent. Der ebenfalls taiwanische Konkurrent Asus konnte hingegen um zehn bis zwölf Prozent zulegen. Apple ist im PC-Geschäft immer noch nicht groß genug, um unter die Top 5 Anbieter zu kommen.

Lenovo und Asus sind stark im Wachstumsmarkt China - und können dadurch dem Branchentrend trotzen, erklärte Gartner-Analyst Ranjit Atwal am Donnerstag. Ein großer Teil des allgemeinen Geschäftsrückgangs sei zwar auf das Warten auf Windows 8 zurückzuführen - der belebende Effekt der neuen Microsoft-Software werde aber auch überschaubar bleiben, prognostizierte er. "Wir haben es mit einem fundamental schwache Markt zu tun."

Die Hersteller müssten sich wirkliche Innovationen zu attraktiven Preisen einfallen lassen, um die Kunden wieder für den Kauf von PCs zu begeistern - und zwar schnell. "Noch ein schwaches Jahr kann sich die Branche einfach nicht leisten." Zugleich könnte Windows 8 vom Start aus für mittlere Unternehmen interessant sein, die Personal Computer und Tablets betreiben wollen.

Der erhoffte Schub durch die dünnen Ultrabook-Laptops sei bisher nicht eingetreten, vor allem weil sie zu teuer seien, sagte Atwal. Auch bei den neuen Hybrid-Geräten, die als Notebook und Tablet funktionieren können, ist er skeptisch: "Kombi-Geräte haben meist mehr Probleme als einfache, sind dafür aber teuer." Lenovo hatte erst am Mittwoch eine neue Produktfamilie von Hybrid-PCs zum Start von Windows 8 angekündigt.

Die PC-Verkäufe sanken den Marktforschern zufolge in allen Regionen der Welt. Besonders stark fiel der Rückgang in den USA aus mit einem Minus von 13,8 Prozent laut Gartner und 12,4 Prozent nach Einschätzung von IDC. Zugleich rechnen die Marktforscher mit einer Belebung durch Windows 8, die auch ein leichtes Wachstum bringen könnte. Unternehmen dürften bei dem neuen Microsoft-System aber eine abwartende Position einnehmen, hieß es.

dpa


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