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Amoklauf

Verdacht gegen Vater

Knapp eine Woche nach dem Amoklauf von Winnenden hat die strafrechtliche Aufarbeitung des Blutbades begonnen: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart leitete gestern ein Ermittlungsverfahren gegen den Vater des Todesschützen ein. Verdacht auf fahrlässige Tötung, wie Polizeisprecher Klaus Hinderer erläuterte.

Trauer um die Opfer von Winnenden.

© ddp
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Von Renee R. Billau und Verena Koll

WINNENDEN. Der 17-jährige Täter Tim K. hatte beim Amoklauf mit 16 Toten und elf Verletzten eine Waffe seines Vaters verwendet. Diese wurde nach früheren Angaben der Ermittler im Schlafzimmer und nicht in einem Tresor aufbewahrt.

Die Schüler der Albertville-Realschule machten derweil erste vorsichtige Schritte in die Normalität. Rund 90 Prozent der etwa 580 Kinder und Jugendlichen kamen gestern in ihren jeweiligen Klassenstufen mit Lehrern und Psychologen zusammen, wie der Leitende Schulamtsdirektor Wolfgang Schiele sagte. Von kommender Woche an sollen sie wieder in ihre Klassenverbände zurückkehren. Noch treffen sich die Schüler in Gemeindezentren in der Stadt und umliegenden Orten. Dort werden sie mit Sonder-Bussen hingebracht.

Unterricht zu früh
Der Essener Psychologe und Trauma-Spezialist Dr. Christian Lüdke (48) kritisiert den Unterrichtsstart. „Die Schüler stehen noch total unter Schock, es ist viel zu früh, sie wieder in die Klassenverbände zu schicken“, sagte er der NP. Es seien schließlich noch nicht einmal alle Opfer beigesetzt worden. „Die Betroffenen müssen erst einmal ihre Toten begraben und in Ruhe trauern, erst danach ist wieder an Unterricht zu denken“, meint Lüdke. Da helfe es auch nicht, dass die Schulleitung den Jugendlichen die Teilnahme am Unterricht freigestellt habe. „Betroffene können ihre Befindlichkeit in solchen Situationen nicht einschätzen“, weiß Lüdke. „Man hätte ihnen eigentlich zwei Wochen Zwangsurlaub verschreiben sollen.“

Zwei Schüler sowie zwei Polizisten werden noch stationär im Krankenhaus behandelt. Die nächsten Beisetzungen der Todesopfer sind für die kommenden Tage angesetzt. An einer zentralen Trauerfeier sollen am Sonnabend Bundespräsident Horst Köhler und Kanzlerin Angela Merkel teilnehmen.


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