390 Millionen Euro teuer: Villa Leopolda in Nizza
Prochorow will vom vereinbarten Kauf der Villa Leopolda an der französischen Côte d’Azur zurücktreten und verlangt eine Anzahlung von 39 Millionen Euro zurück, wie die Rechtsanwälte beider Seiten mitteilten. Der Stahlmagnat habe unter Vorwänden den Kaufvertrag nicht wie geplant unterzeichnet, sagte der Anwalt der Bankierswitwe Lilly Safra am Dienstagabend AFP. Prochorow hatte im Sommer mit Safra vereinbart, das hundert Jahre alte Anwesen an der Côte d’Azur für 390 Millionen Euro zu kaufen, und zehn Prozent der Kaufsumme angezahlt.
In Wahrheit wolle der russische Milliardär die Villa jetzt nicht mehr, weil der Immobilienmarkt eingebrochen sei und er sie nicht ohne Verlust weiterverkaufen könne, mutmaßte Safras Anwalt, Georges Kiejman. Prochorows Anwalt sagte dagegen, die Witwe des libanesischen Bankiers Edmond Safra tue so, „als ob mein Mandant ein Immobilienprofi sei, was er nicht ist“. Bei dem Geschäft seien bestimmte Angaben zum Verkaufsrecht missachtet worden, deshalb wolle Prochorow es für nichtig erklären lassen.
Prochorow hat sein Vermögen mit Nickel und Stahl gemacht und rückte unlängst an die Spitze der reichsten Russen auf. Sein Vermögen beläuft sich auf 14 Milliarden Dollar, obwohl er durch die Finanzkrise sieben Milliarden Dollar verloren hat. Der russische Unternehmer hatte in Frankreich schon einmal für Aufsehen gesorgt: Vor zwei Jahren nahm die Polizei ihn wegen des Verdachts der Zuhälterei im Nobelskiort Courchevel vorübergehend fest. afp