In diesem Wohnblock im Berliner Stadtteil Weißensee wurde die kleine Zoe tot aufgefunden.
Berlin. Nach dem tragischen Tod der Zweijährigen hat Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD) die Kritik des Kinderschutzbundes zurückgewiesen. Dieser hatte bemängelt, dass es keine einheitlichen Standards für die Betreuung gefährdeter Familien gebe.
"Wir haben in Berlin viel im Bereich des Kinderschutzes getan. Wir haben ein Kinderschutzgesetz, in dem geregelt ist, wie bei einem Verdacht vorzugehen ist", sagte die Senatorin in einem Interview mit dem rbb-Inforadio. "Wir haben in Berlin ganz viele Dinge geregelt und es gab auch schon Kritik vom Kinderschutzbund, dass wir zu viel regulieren."
Die fast drei Jahre alte Zoe aus Berlin Weißensee ist laut Staatsanwaltschaft nach einem Darmriss an einer Bauchfellentzündung gestorben. Es gebe Anzeichen für äußere Gewalt im Bauchbereich der Zweijährigen. Die Mutter und ihre vier Kinder wurden vom Jugendamt betreut, der Familienhelfer war am Montag, nur wenige Stunden vor dem Tod des Mädchens, da. Es stelle sich die Frage, wieso er nichts gesehen habe, sagte Scheeres. Dies müsse nun schnell aufgeklärt werden - um zu sehen, ob es Lücken gibt und wo nachgebessert werden muss. „Da hat es keine Anzeichen für eine schlimme Erkrankung gegeben. Das muss eine ganz kurzfristige Entwicklung bei dem Kind gewesen sein", so Jugendamtsleiterin Judith Pfennig.
Am frühen Dienstagmorgen hatte Zoes Mutter sie leblos im Bett gefunden. Die Staatsanwaltschaft schließt eine vorsätzliche Tötung des kleinen Mädchens aus. Deswegen sei die 25-jährige Mutter auch wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Zwei Geschwisterkinder sind in der Obhut des Jugendamts.
Nach Informationen der „Bild“-Zeitung wurden beide am Mittwoch in einem Berliner Krankenhaus von Ärzten und Gerichtsmedizinern begutachtet. Dabei hätten sich Hinweise ergeben, dass die beiden Kleinkinder Opfer von Misshandlungen geworden sind.
Gegen die vierfache Mutter wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung mit Todesfolge und des Verdachts der Verletzung der Fürsorgepflicht ermittelt. Das tote Kind habe Verletzungen aufgewiesen, die diesen Verdacht nahelegten, sagte Herbeth. Zu Medienberichten, wonach die Zweijährige an einem Darmriss litt, durch den schwere Entzündungen im Bauchraum ausgelöst wurden, äußerte sich Herbeth nicht. Danach soll sich das Mädchen seit Tagen übergeben haben und schließlich am eigenen Erbrochenen erstickt sein.
Die Familie aus Weißensee ist nach Angaben des Jugendamtes seit Oktober 2011 regelmäßig betreut worden. Bei dem Besuch am Montag habe der Helfer den Rat erteilt, einen Arzt aufzusuchen, weil eins der Kinder erkrankt gewesen sei und erbrochen habe. Die Mutter habe dieses befolgt, beim Arzt soll sie allerdings umgedreht haben, weil das Wartezimmer zu voll war.
Erst am Dienstag war in Hamburg die Leiterin des Jugendamtes Mitte vom Dienst entbunden worden, nachdem die elfjährige Chantal an einer Überdosis Methadon gestorben war. Das Jugendamt hatte Hinweise auf die Drogensucht von Chantals Pflegeeltern nicht ernst genommen.