Minus 13 Grad: Auf einem Feld bei Abbensen (Landkreis Peine) hat sich eine Eisfläche gebildet.
Hannover. RENTNER IN EISESKÄLTE GESTORBEN: Im Landkreis Hameln-Pyrmont ist in der Nacht zum Donnerstag ein gehbehinderter Rentner gestorben, vermutlich ist es der erste Kältetote des Winters in Niedersachsen. Ein Spaziergänger habe die Leiche des 69-Jährigen auf einem Feldweg zwischen den Ortschaften Harderode und Bremke entdeckt, teilte die Polizei in Hameln mit. Es spreche alles dafür, dass der Mann, der mit einem Rollator unterwegs war, in der eiskalten Nacht an Unterkühlung gestorben sei. Der Mann hatte in einem Seniorenheim in Lehrte gewohnt. Dort war er am Mittwoch verschwunden.
KÄLTESTE NACHT DES WINTERS: Die frostigen Temperaturen haben Niedersachsen und Bremen die bisher kälteste Nacht dieses Winters beschert. Am kältesten war es in Braunlage im Harz mit bis zu minus 18 Grad, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes. Sonst lagen die Temperaturen zwischen minus 10 Grad in der Weser-Ems-Gegend und minus 14 Grad in der Region zwischen Elbe und Harz. In den Nächten zuvor zeigte das Thermometer noch rund 2 bis 3 Grad mehr an. Für die nächsten Tage sagt der Wetterdienst weiter Dauerfrost voraus.
FÄHRVERKEHR LAHMGELEGT: Die Kälte beeinflusst auch den Schiffsverkehr. Eis und Niedrigwasser haben den Verkehr zu zwei ostfriesischen Inseln lahmgelegt. Die Fähre nach Wangerooge wurde eingestellt. Auch die Versorgungsfahrten nach Wangerooge und Juist wurden gestoppt. Im Kreis Lüneburg ist weiterhin der Fährverkehr zwischen Bleckede und Neu Bleckede unterbrochen.
EISBRECHER IM EINSATZ: Zehn Eisbrecher halten die Schifffahrt auf dem Elbe-Seitenkanal und dem Mittellandkanal am Laufen. Die Eisbrecher schieben große Schollen vor sich her, denn die Eisschicht auf den Kanälen ist laut Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte mittlerweile bis zu zehn Zentimeter dick.
LEBENSGEFAHR AUF SEEN: Polizei und Feuerwehr warnen davor, das Eis auf Seen und Gewässern zu betreten. Die Warnung kommt nicht ohne Grund: Eine 75 Jahre alte Schlittschuhläuferin brach am Donnerstag in eine Gracht in den Herrenhäuser Gärten in Hannover ein. Ein Gärtner zog die Frau nach Angaben der Feuerwehr aus dem Wasser. Auch das Steinhuder Meer und der Maschsee in Hannover sind noch nicht sicher. Der See sei zwar durchgängig zugefroren, das Eis aber noch zu dünn, um darauf herumzuspazieren, sagte ein Sprecher der Stadt Hannover. Im Bremer Blockland können Schlittschuhläufer dagegen schon ihre Runden drehen. Die Umweltbehörde gab die 30 Hektar große Eisfläche am westlichen Stadtrand frei.
KÄLTEFREI WEGEN HEIZUNGSAUSFALL: Besonders gefreut haben sich rund 180 Schüler über die eisigen Temperaturen. Weil die Heizung ihrer Grundschule in Schwanewede im Kreis Osterholz ausfiel, hatten sie kältefrei und damit einen freien Tag. Am Freitag sollten die Sechs- bis Zehnjährigen aber wieder wie gewohnt die Schulbank drücken. dpa