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Kriminalität

Elfjähriger Dealer soll für Jahre ins Heim

Monatelang verkaufte der angeblich elfjährige Junge aus dem Libanon Heroin in Kreuzberg. Immer wieder griff die Polizei ihn auf, bis der Fall Schlagzeilen machte. Nun soll erst mal Schluss sein.

Der angeblich elfjährige Drogendealer aus Berlin soll möglicherweise für Jahre in einem Erziehungsheim in Brandenburg untergebracht werden. Dort soll er kind- und jugendgerecht aufwachsen. Zur Zeit wird er dort abgeschottet. „Der Junge muss zur Ruhe kommen. Er ist fix und fertig“, sagte Sigrid Jordan-Nimsch vom Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa. Die Organisation hat sich als Spezialist im Umgang mit straffälligen Kindern und Jugendlichen einen Namen gemacht.

Die zuständige Berliner Jugendstadträtin Manuela Schmidt (Linke) in Marzahn-Hellersdorf betonte, Ziel sei es, den Jungen „zu stabilisieren und auf den rechten Weg zu bringen“. Ob und wie schnell das gelinge, sei in einem so schwierigen Fall angesichts vieler Faktoren schwer zu sagen. „Wir reden hier nicht von Wochen oder Monaten.“ Es gehe nun darum, das Vertrauen des Jungen zu gewinnen. Schließlich seien kriminelle Kinder nicht selbst schuld, dass sie so geworden sind, sondern Erwachsene hätten sie dahin gebracht.

Neuköllns Bürgermeister Heinz Buschkowsky (SPD) warnte vor zu hohen Erwartungen an Heime. Der Elfjährige war ohne Eltern und Pass in einem Flugzeug aus dem Libanon gekommen und hatte Asyl beantragt.

EJF-Chef Siegfried Dreusicke erklärte: „Wir wollen dem Jungen eine Zukunft ermöglichen - das geht nur mit Ruhe.“ Die öffentliche Diskussion und der Medienrummel seien nicht spurlos an ihm vorübergegangen. Laut Dreusicke kümmern sich mehrere Erzieher um den Jungen. Auch Mitarbeiter des deutsch-arabischen Zentrums in Berlin seien eingebunden.

Dreusickes Organisation betreibt in fünf Bundesländern Heime für straffällig gewordene Jungen und Mädchen mit insgesamt rund 300 Plätzen. Mehr als 160 Plätze davon sind in Brandenburg - die meisten davon in der Uckermark. Wo genau der elfjährige Junge arabischer Abstammung untergebracht ist, will das EJF jedoch zum Schutz des Kindes nicht verraten.

Grundlage sei eine Einweisung ins Heim durch das Jugendamt Marzahn-Hellersdorf, das auch die Kosten von 240 Euro pro Tag nebst zusätzlicher Betreuungskosten bezahlt. „Da unser Grundsatz lautet „Menschen statt Mauern“, brauchen wir für ihn ein paar Menschen mehr“, sagte Dreusicke. Mit einer engmaschigen Kontrolle und Betreuung soll verhindert werden, dass der Junge erneut entwischt.

Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowsky schrieb in einer Kolumne in der „Bild“-Zeitung, auch geschlossene oder weit entfernte Heime könnten Kinder nicht am Weglaufen und erneutem Abtauchen in die kriminelle Szene hindern. „Diese Kids können schneller laufen als unsere Behörden denken, wenn sie nicht ohnehin von ihren Hintermännern im schwarzen BMW abgeholt werden.“

Der Junge, ein 13 Jahre alter Komplize sowie weitere gleichaltrige Rauschgifthändler waren in den vergangenen Monaten immer wieder beim Verkaufen von Heroin erwischt worden. Weil sie wegen ihres Alters nicht bestraft werden können, brachte die Polizei sie zu ihren Familien oder in Kinderheime, wo sie meist sofort wieder verschwanden. Die Polizei hat erhebliche Zweifel an dem Alter der Kinder und will das mit einer Röntgenanalyse klären lassen. dpa


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  • "Er ist fix und fertig“, ... Hansi – 28.07.10
    Ach, der Arme. Vielleicht interessiert mich das überhaupt nicht!? Schickt ihn dort hin, wo er hergekommen ist!

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