Isolierschleuse am UKE in Hamburg
Im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) werde eine Patientin mit Verdacht auf Ansteckung mit dem gefährlichen tropischen Fiebererreger behandelt, teilte eine Kliniksprecherin am Dienstag mit. Die Frau, die als Wissenschaftlerin am Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) arbeitet, hatte sich trotz Schutzkleidung bei ihrer Tätigkeit in einem Hochsicherheitslabor mit einer Kanüle verletzt, die zuvor eine Probe des Ebola-Virus enthalten hatte. Nach dem Vorfall am Donnerstag vergangener Woche sei die Frau vorsorglich im Behandlungszentrum für hochkontagiöse Erkrankungen des UKE isoliert worden.
„Eine Gefährdung der Bevölkerung ist ausgeschlossen“, sagte Egbert Tannich vom BNI. Bei einer Inkubationszeit des Ebola-Virus von 21 Tagen sei noch fraglich, ob die Patientin überhaupt infiziert sei. Nur im Fall einer Erkrankung bestehe danach für andere Menschen Ansteckungsgefahr. Bisher seien im Blut der Frau noch keine Anzeichen für eine Ebola-Erkrankung entdeckt worden. Der Patientin sei mit ihrer Zustimmung am Samstag ein in den USA entwickelter Impfstoff verabreicht worden, der vorher noch keinem Menschen injiziert wurde.
Das Ebola-Virus stammt aus den tropischen Regenwäldern Zentralafrikas und Südostasiens und ist nach dem gleichnamigen afrikanischen Fluss benannt. Der Erreger wurde erstmals 1976 im damaligen Zaire, heute Demokratische Republik Kongo, nachgewiesen. Es löst das hämorrhagische Fieber aus, die Erkrankung verläuft in den meisten Fällen tödlich. ddp