An den Ermittlungen zur Absturzursache sind 40 Mitarbeiter beteiligt.
Wie ein Sprecher der Polizei des Flughafens Schiphol am Donnerstag mitteilte, arbeiteten die Experten die ganze Nacht durch. Bei dem Absturz der Boeing 737 der Turkish Airways mit 134 Insassen an Bord waren am Mittwochmorgen neun Menschen gestorben, 121 wurden verletzt.
Die Untersuchung dürfte sich nach Angaben des Sprechers der mit den Ermittlungen betrauten Sicherheitskommission, Fred Sanders, noch mehrere Wochen hinziehen. Die endgültige Absturzursache werde womöglich erst in einem Jahr geklärt sein. Türkische Zeitungen berichteten, möglicherweise sei die Maschine in einen durch ein anderes Flugzeug verursachten Luftwirbel geraten. Ein überlebender Passagier wurde mit den Worten zitiert, der Absturz habe nur fünf bis zehn Sekunden gedauert.
Die Unglücksmaschine sei „ein völliges Wrack“, sagte Sanders. Die dennoch vergleichsweise geringe Zahl der Todesopfer sei auch der Tatsache zu verdanken, dass die Maschine kein Feuer fing. Das habe womöglich daran gelegen, dass sie auf ein Feld gestürzt sei und nicht auf eine Betonfahrbahn oder Landebahn, wo Funken entstanden wären. Der türkische Verkehrsminister Binali Yildirim sprach von einem „Wunder“.
Der Funkverkehr zwischen der türkischen Unglücksmaschine und niederländischen Fluglotsen enthält nach türkischen Medienberichten keine Hinweise auf den bevorstehenden Absturz. Die Aufzeichnungen sprächen für einen normalen Landeanflug, sagte der Vizechef der türkischen Pilotenvereinigung TALPA, Mete Dane, dem türkischen Nachrichtensender NTV am späten Mittwochabend. Laut NTV und anderen türkischen Medien geht aus dem Funkverkehr hervor, dass die Boeing zur Vorbereitung der Landung in einen planmäßigen Sinkflug ging und die Landebahn in Amsterdam ansteuerte.